Der Herzberg

Der Herzberg

oder Ernst Kühnels Sehnsucht nach der Königstochter vom gildenen Dach

noch nicht bewertet
Autor: Heinz-Jürgen Schönhals
Verlag: GD Publishing
Umfang: 506 Seite(n)
Verfasst: März 2019
Verkaufsrang: - XinXii Verkaufsrang
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Kategorie: Belletristik » Roman / Erzählungen  |  Publikationsart: Roman
Stichworte: Idealismus, Ernüchterung, wachsender Realitätssinn

Die Burgruine Herzberg als Chiffre für gescheiterte Utopien

In dem Roman geht es um die Sehnsucht nach einem geglückten Leben, letztlich um die Frage nach dem Sinn des Daseins. Der Protagonist Ernst Kühnel sieht den Lebenssinn darin, ein bedeutendes, großartiges Leben zu verwirklichen. Nach seiner Überzeugung braucht er hierzu, abgesehen von einem Talent, einen Helfer an der Seite, denn es gilt, große Widerstände zu überwinden. Kühnel meint sogar, für das ganz große Glück sei ein Schutzengel unerlässlich, aber auch ein irdischer Helfer in Gestalt einer Geliebten, die an ihn glaubt, kann natürlich äußerst hilfreich sein.
In der Gegenwart hofft Kühnel auf seine Geliebte Sonja Hohmeier, mit deren Hilfe er das einzigartige Glücksziel vielleicht noch erreichen könnte. Doch sofort tun sich Hindernisse auf: sein Hausarzt redet seltsam zweideutig über die Ursachen von Kühnels Husten, sodass dieser eine ernste Krankheit befürchtet. Dann gibt es wegen Sonja einen jüngeren Nebenbuhler u.a.m.
Ernst Kühnel, auf einer Parkbank auf seine Geliebte wartend, denkt über sein Leben nach. Er fragt sich, wie er früher versucht hat, seine großen Lebensziele zu erreichen. Er erinnert sich an eine ferne Jugendliebe, der Sonja täuschend ähnlich sieht; auch sie war für ihn wegen alle möglichen Widerstände damals nur schwer zu erringen. Überhaupt musste er immer wieder im Leben die Erfahrung machen, dass sich seinem Glücksstreben ständig Hindernisse entgegenstellten, die umso höher vor ihm aufwuchsen, je verbissener er versuchte, sie zu überwinden. Es reizt ihn nun, die Konflikte und Kämpfe seiner Jugend sozusagen als Präzedenzfälle für seinen gegenwärtigen Konflikt in die Erinnerung zurückzurufen. Da sein bester Freund ihm in der Liebe damals zum Rivalen wurde, gerieten beide in eine nahezu ausweglose Situation, nicht nur weil jeder Rücksicht nehmen wollte, sondern auch wegen der von beiden sehr ernst genommenen ethischen Prinzipien ihres Pfadfinderbundes, in welchem sie aktiv waren. Doch leider, jeder weiß es, diese idealistischen Zielsetzungen und mit ihnen verbunden die ethisch-moralischen Werte können (oft) nicht durchgehalten bzw. nicht rein verwirklicht werden. Der Herzberg fungiert als Symbol für dieses Faktum. Das Wort „Herz“ steht in einem Zusammenhang mit dem Pfadfinderspruch „Rein sei mein Herz“. Da der Herzberg nur nach außen hin intakt erscheint, in Wahrheit aber völlig verfallen ist, wird hier die mögliche Gefährdung bzw. Zerrüttung des jugendlichen Idealismus angedeutet. Die philosophischen Lehren Nietzsches, mit denen der Protagonist bekannt gemacht wird, scheinen ihm nahezulegen, dass man bei der Erreichung seiner Ziele die Moral beiseitelassen müsse. Auch als er mit der Lebenseinstellung eines ehemaligen Kriegsteilnehmers konfrontiert wird, der im Leben einen Kampf aller gegen alle sieht, in welchem der mit dem härtesten Erfolgswillen siege, hat Ernst Kühnel Mühe, seinen moralischen Standpunkt zu verteidigen. Doch bei verschiedenen Bekannten und ehemaligen Freunden muss er erkennen, dass bei allen, mit denen er zu tun hat, die Orientierung an Ethik und Moral so gut wie keine Rolle spielt; was bei allen zählt, sind Talent, Power, Macht und Durchsetzung. So fragt er sich, ob angesichts seiner nur bescheidenen Erfolge im Leben vielleicht seine übertriebene moralische Haltung eine entscheidende Rolle gespielt hat, oder ob ihm einfach der richtige Schutzengel an der Seite gefehlt hat. Vielleicht auch hat es ihm an Talent gefehlt, oder er hat aufs falsche Talent gesetzt und das richtige in sich verkümmern lassen. Am Ende hofft er immer noch, mit Sonja Hohmeier ein neues, glückliches Leben beginnen zu können. Er geht einfach mal davon aus, der Arzt habe mit seinem dubiosen Gerede keine tödliche Krankheit gemeint.


Für diesen Eintrag ist der Autor verantwortlich.

Über den Autor


registriert seit: Feb. 2014
Veröffentlichungen auf XinXii:  6
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Heinz-Jürgen Schönhals, registriert seit Mai 2013,
veröffentlicht auf Xinxii: Romane, Erzählungen, Dramen
geb. in Gießen
zur Schule gegangen in Alsfeld / Oberhessen
Abitur, Studium der Rechtswissenschaft, der Germanistik und Geschichte,
war Lehrer am Gymnasium für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde in Detmold, Barntrup und Steinheim (b. Detmold).
heute im Ruhestand,
verwitwet, Vater einer erwachsenen Tochter

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