BA-Arbeit: Das Deutsche Mischwahlsystem

BA-Arbeit: Das Deutsche Mischwahlsystem

Effekte auf das Abgeordnetenverhalten

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Author: Anja Kegel
Length: 44 page(s)
Language: Deutsch
Written: 2009
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Category: Sciences & Research » Social Sciences  |  Work: Thesis
Keywords: Mischwahlsystem, Effekte auf das Abgeordnetenverhalten, Verhältniswahl und Mehrheitswahl, Bundestagswahl

Die BA-Arbeit ist eine vergleichende politikwissenschaftliche Arbeit.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Thema Wahlsysteme konzentriert sich seit einigen Jahren auf die Gruppe der Mischwahlsysteme, welche Elemente der Mehrheits- und der Verhältniswahl miteinander verbinden (vgl. Manow/Zittel 2008: 141).

In dieser Diskussion geht es einmal um die Frage, in welchem Ausmaß Anreize von Wahlre-geln wirken, wobei von Kritikern argumentiert wird, dass in parlamentarischen Demokratien das Vorhandensein sowie das Ausüben von Kohäsion und Fraktionsdisziplin einen stärkeren Ef¬fekt auf politische Vertreter hat als mögliche Effekte von Wahlsystemen (vgl. Manow/Zittel 2008: 141). Im Gegensatz dazu befürworten andere Autoren den Aspekt, dass von Misch-wahlsystemen eigenständige Effekte ausgehen (Manow/Zittel 2008: 141). Hierbei wird einer-seits argumentiert, dass Mischwahlsysteme insbesondere Personalisierungstendenzen bevor-teilen. Klingemann und Wessels (2005) schreiben dem personalisierten Bestandteil – also der Mehrheitswahl in den Einerwahlkreisen – eine spezielle Bedeutung zu (vgl. Manow/Zittel 2008: 141). Andere wiederum – z.B. Nohlen – stufen Mischwahlsysteme kategorisch als eine Form der Verhältniswahlsysteme ein (z.B. Nohlen 2004: 163). Vor diesem Hintergrund wird speziell im deutschen Fall meistens auf den hohen Anteil von Doppelkandidaturen hingewie-sen, der wie behauptet wird, die verschiedenen Anreizwirkungen, die von den Mehrheitswahl- und Verhältniswahlanteilen ausgehen, ausgleicht (vgl. Manow/Zittel 2008: 141).

In der aktuelleren Diskussion um Mischwahlsysteme wird nun die Frage diskutiert, inwieweit die beiden kombinierten Anreizsysteme tatsächlich getrennte Anreizwirkungen auf die Wahl-kreis- und Listenkandidaten ausüben oder ob es sich eher um Kontaminationseffekte handelt (vgl. Zittel 2008: 192). Bawn und Thies (2003) gehen davon aus, dass ein Kontaminationsef-fekt, der auf beiden Wahlebenen Anreize zur Individualisierung setzt, vor allem in denjenigen Mischwahlsystemen auftritt, in denen die Möglichkeit zur Doppelkandidatur besteht – z.B. im deutschen Mischwahlsystem (vgl. Zittel 2008: 193). Sie erwarten, dass Abgeordnete, die auf beiden Wahlebenen kandidiert haben, in jedem Fall einen Wahlkreisbezug ausbilden, unab-hängig davon, wie sie letztendlich gewählt worden sind (vgl. Manow/Zittel 2008: 143).

Innerhalb der wissenschaftlichen Diskussion gibt es verschiedene Arbeiten, die sich in Ansät-zen mit den Effekten beschäftigen, die sich auf das Handeln von Abgeordneten auswirken. Bislang wurden die relevanten sowie aktuellen empirischen Befunde, die Aussagen über die Effekte auf das Verhalten von Abgeordneten am Beispiel des deutschen Mischwahlsystems aufweisen, nicht zusammengetragen. Aus diesem Grund versuche ich der Frage nachzugehen, wie sich einerseits Deutschland in die Familie der gemischten Wahlsysteme einordnet und andererseits welche institutionellen Regelungen und die daraus resultierenden Effekte Ein-fluss auf das Abgeordnetenverhalten haben. Ich möchte in meiner Bachelorarbeit insbesondere auf die Verhaltensunterschiede zwischen Direkt- und Listenmandataren eingehen, daher gilt mein Interesse vordergründig den Personalisierungs- und Wahlkreisorientierungseffekten.

Meiner Meinung nach ist das deutsche Mischwahlsystem speziell für eine Untersuchung dieser Frage geeignet, da es das am längsten etablierte Mischwahlsystem ist, das sich als demo-kratiefördernd sowie funktionierend bewährt hat. Kandidaten wie auch Wähler konnten sich über einen langen Zeitraum an die elektoralen Anreize gewöhnen und daher können be-obachtbare Regelmäßigkeiten im Verhalten der politischen Akteure als strategisches Verhalten bzw. Anpassungshandeln an wahlsystemische Anreize gedeutet werden (Manow/Zittel 2008: 141).


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Anja Kegel | Author on XinXii.com

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