Bildungsgesellschaft - Nur ein Lippenbekenntnis?
Teil 1: Der Verstand stirbt nicht mit 30
Category: Careers & Employment »
Further Education |
Work: Guidebook
Keywords: Bildung,
Weiterbildung,
Schulabschlüsse,
demografisches Problem,
Förderung,
Wissengesellschaft,
Chancengleichheit,
Bildungschancen,
Bildungspolitik,
Demokratie,
Gerechtigkeit,
Sozialstaat,
pragmatische Lösung,
Arbeitsförderungsmaßnahmen
Arbeit neu definieren: Intellektuelle Revolution von unten
Weiterbildung für Erwachsene wird in Deutschland fast nur als berufliche Weiterbildung verstanden.
Allgemeine Bildung steht zwar hoch im Kurs, ist im Konzept der Erwachsenenbildung (sofern sie über Volkshochschulkurse hinausgehen soll) nicht vorgesehen. Die meisten Fördermöglichkeiten wie Bafög oder Stipendien sind ab 30 nicht mehr möglich - als ob der Verstand und die Leistungsfähigkeit zu diesem Zeitpunkt automatisch von "erweiterbar und offen" auf "langsam geht's abwärt: Geschlossen" umspringen würde.
Dabei macht die demografische Situation, die so gerne von Wirtschaft und Poliltik bejammert wird, das Potential der Erwachsen so wichtig nie.
Wir werden immer älter, wir bleiben immer gesünder, wir sprechen von lebenslangem Lernen, betreiben "Gehirnjogging" und Wellness um geistig und körperlich fit bis ins hohe Alter zu bleiben. Dennoch hält sich das Bild vom Rentner, der spätestens mit 65 damit zufrieden ist, seinen Garten umzubuddeln und sich um die Organisation von Mallorca-Reisen zu kümmern, hartnäckig.
Es gibt beängstigend viele Menschen, gerade im mittleren Erwachsenenalter, die ohne oder mit niedriger Schulbildung ins Berufsleben gestartet sind und dort heute "einen Tritt" bekommen, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Man fertig sie mit nicht zeitgemäßen "Berufsbildungsmaßnahmen" ab und schiebt sie aufs Abstellgleis.
Und ihre Kindern - die angeblich so hofierte nächste Generation, "unsere Zukunft" von der wir doch zuwenig haben, gleich mit. Es entstehen immer bildungsfernere und resigniertere Familien. Die Barrieren wachsen, die Schotten gehen zu und die Schere in unserer Gesellschaft immer weiter auseinander.
"Bildung für Alle" darf Menschen über 30 nicht auf berufliche Bildung reduzieren. Arbeit muss wieder etwas anderes sein, als "hauptsache weg von der Straße und ein Einkommen haben, egal ob man davon leben kann oder nicht"!
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About the Author
Die Autorin wurde 1965 in Birkenfeld geboren.
Sie lebt heute in München und studiert auf dem zweiten Bildungsweg an der Fernuniversität Hagen den Bachelorstudiengang Bildungswissenschaft.
Neben ihrem Studium arbeitet sie als freie Autorin und motiviert in ihren Werken und mit ihrer »Community für Selbstorganisiertes Lernen« www.sieseco.de, Menschen dazu, durch Weiterbildung neue Wege zu gehen und in Arbeit mehr zu sehen, als nur ein Mittel, um »über die Runden zu kommen«.
Aufklärung, in der Definition von Kant der "Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" ist der erste Schritt unsere Gesellschaft positiv zu verändern. Bildung ist das Werkzeug dazu. Machen Sie mit, werden Sie aktiv und verändern Sie unsere Gesellschaft!
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