SINNphilosophie – Zenka
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AKTUELL – Ü B E R S I C H T (Stand: 13. Mai 2013)
Sinn-Notizen
Zum: „Aufbruch zur Voll-Menschlichkeit“ (20)
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Paradigmenwechsel: zum Homo amans
Montag, 13. Mai 2013
Wir Menschen haben schon einen weiten Entwicklungsweg hinter uns:
Homo habilis („der fähige Mensch“)
Homo faber (der Werkzeuge herstellende und damit hantierende Mensch)
Homo errectus („der aufrechte Mensch“)
Homo sapiens (der archaische „wissende Mensch“)
Homo ludens („der spielende“, schöpferische Mensch)
Homo sapiens sapiens (der moderne „wissende Mensch“)
Homo nationalis (von „natio“: Abstammung oder Volksstamm)
Homo civilis (von „civis“: der Mensch als ein Mitbürger und Landsmann)
Homo familiaris (der Mensch als Mitglied einer Familie, als einem Familienbund zugehörig)
Homo oeconomicus (der nach wirtschaftlichem Nutzen strebende und prinzipiell danach handelnde Mensch)
Heutzutage können wir noch einen Menschentypus dazu nennen:
homo pecuniosus (von „pecunia“: Vermögen, Eigentum, Geld – es geht hier um Finanzen, Finanzmärkte, reale Macht der Geldinstitute)
Die Ankunft vom „Homo amans“ soll also einen von uns zu erwartenden Paradigmenwechsel darstellen.
Das würde besagen:
_ Es würden sich die für unsere Zeit maßgebenden Auffassungs-, Denk- und Verhaltensmuster ändern.
_ Die bisherigen und jetzigen würden den auf uns zukommenden weichen.
_ Die zukünftigen würden – sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Leben der Menschen – deren Platz einnehmen.
Am deutlichsten wäre dieser Wechsel am Verhältnis zwischen der Menschenwert-Beachtung einerseits und dem wirtschaftlichen sowie dem finanziellen Treiben andererseits sichtbar.
Was wäre der „treibende Motor“ dieser Entwicklung? Nach welcher Dynamik sollte sich das voll-ziehen?
Dieser Motor zündet sich in der kritisch-rational sich gründenden Ein-sicht in das Lieben als das für den „Homo sapiens“ schlechthin Zu-Wissende. Daraus er-gibt sich die genuin eigene Dynamik des Liebens.
Der Homo sapiens würde dann die Gestalt eines „Homo sapere-sapiens“ annehmen. Das heißt: Er würde nicht nur „wissen“ – er würde auch „wissen um sein Wissen“.
Zur „Autobiographie in SINNphilosophischer Absicht“ (7)
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„Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“
und
„Alle Ich-selbste: Auf das Sinn-Sichsagen hören!“
Montag, 29. April 2013
Es war vor etwa 33 Jahren während des Faschings in München. Die bayerische CSU gab einen Ball. Meine damalige Freundin wollte dorthin gehen – also, dachte ich, gehe ich mit. Als ich ihr das sagte, brach sie in lautes Lachen aus. Erstaunt fragte ich nach der Ursache dieses Amüsements.
Meine Freundin meinte mich gut zu kennen. Sie sah, inmitten von erzkonservativen Parteimitgliedern eine Gestalt, die – mit Arbeitermütze auf dem Kopf und mit erhobenem Arm – aller Welt zuruft: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“
Mit diesem Appell endet das „Kommunistische Manifest“ von Karl Marx und Friedrich Engels aus dem Jahr 1848. Bin ich oder war ich vom Kommunismus geprägt?
Auf keinen Fall. Der damals in Polen real praktizierte Kom-munismus ist sogar der Grund gewesen, mein Heimatland zu verlassen.
Dienstag, 30. April 2013
Eine von meinen positiven Erinnerungen an jene Zeit besteht in dem Satz: „Jedem nach seinen Bedürfnissen – von jedem nach seinen Möglichkeiten“. So hat einmal ein Lyzeums-Lehrer für uns Schüler das Ziel des Kommunismus zusammengefasst.
Ein solches „Programm“ war ich bereit sofort zu unterzeich-nen. Die Frage stellte sich nur: Wie viel hat es mit diesem rea-len Kommunismus zu tun?
Heute wissen wir alle erfahrungsmäßig aus dem Verlauf der neuesten Weltgeschichte, dass dies kein geeigneter Weg zu je-nem Ziel war.
Woran lag das?
(1) Am Faktor „menschlicher Mensch“.
Es hat sich gezeigt, dass der Proletarier genauso zur Mensch-lichkeit wie zur Unmenschlichkeit neigt und zu beidem fähig ist wie alle anderen auch.
(2) Am Ansatz „Kampf-Gewalt-Zwang“.
„Diktatur des Proletariats“, hieß es. Vorübergehend sollte sie sein. Es hat sich gezeigt, dass Diktatur grundsätzlich Diktatur bleibt – ziemlich gleich, ob sie von einem Despoten, von einer Geld-Oligarchie, von einer Militärjunta oder von einer politi-schen Partei ausgeübt wird.
(3) Am Vorrang von „Gesellschafts-Strukturen“ gegenüber der Person-Förderung und freier wertbezogener Persönlichkeits-Entwicklung.
Warum sollen wir auf das Sichsagen des Sinnes hören?
(1) Weil es letzten Endes das einzige Sagen, das Sagen-als-Sagen, das Sagen-als-solches darstellt.
Alles, was uns wahrhaftig „etwas zu sagen hat“, ist Konkreti-sierung und Erscheinungsform des Sinn-Sichsagens.
(2) Weil der sich-selbst-sagende Sinn auch dasjenige darstellt, was der Mensch als Mensch – einmal den Weg der eigenen Sinn-Werdung eingeschlagen – letzten Endes „sich zu sagen hat“.
(3) Weil wir innerhalb des Sinn-Sichsagens in unserem Zu-sammenleben definitiv ohne Kampf, Gewalt und Zwang aus-kommen.
(4) Weil wir, sinn-lebend und sinn-praktizierend, alles fürei-nander von uns geben – und damit auch unsere menschlichen Bedürfnisse befriedigt (mehr als befriedigt!) werden.
Zur „Autobiographie in SINNphilosophischer Absicht“ (4)
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Das „Sinn-Gott“-Sichsagen
in einer
Geburtstags-Feier
1. Was damit anfangen?
Donnerstag, 14. Februar 2013
These 1: Das „Etwas damit anfangen können und sollen“ ist eine entscheidende Instanz der aufweisend-sich-ausweisenden Denk-Beweglichkeit.
„Was damit anfangen?“, dies ist eine Frage, welche nicht von uns, den Denkenden, gestellt wird – sondern sich-selber-stellt und uns vor-sie-selber stellt.
Ich bin geboren – was kann ich, was soll ich damit anfangen? Diese Frage ist wohl notwendig, um das Er-eignis „meine Geburt“ zu be-achten und zu würd-igen, und so den aktuellen 65. Geburtstag zu be-gehen.
Indem ich ein solches Be-gehen voll-ziehe, bewege ich mich auf das volle Sinn-Sichsagen vom genuin Eigenen des Selbst meines Ich-selbst zu.
Um die hier gestellte Frage zu beantworten, brauche ich – wie es scheint – auch die Antworten auf zwei andere Fragen, welche mit der jetzigen zum gemeinsamen Fragenkomplex gehören (siehe Aufzeichnung 3):
_ Woher kam das, dass ich geboren bin?
_ Warum überhaupt kam es dazu?
2. Das Woher
These 2: Woher ich komme, ist die SINNbeziehung.
Es gab sie schon vor meiner Geburt – noch bevor mein Leben begann sich zu vollziehen, bevor es als solches gleichsam „sich an-gefangen hat“.
Wie kann diese These belegt werden und wieweit kann sie sich aus-weisen?
Auf jeden Fall soweit, wieweit die erste Frage trägt: die nach dem „Etwas damit anfangen können und sollen“.
3. Das Warum-überhaupt
Samstag, 16. Februar 2013
Warum überhaupt kam es dazu, dass ich geboren bin?
Das liegt am Wesen der genannten SINNbeziehung. Worin besteht es?
[Sinn-Kurznotiz 1:]
„Ich stehe uneingeschränkt zu dir – ohne dich zu beeinträchtigen.“
So etwa spricht sich das Entscheidende am Wesentlichen des genuin Eigenen der „Von-Person-zu-Person“-Beziehung aus.
So eine Beziehung ist von Natur aus SINNbeziehung. Das scheint mit zu be-sagen:
(1) SINN = „Von-Person-zu-Person“-Beziehung
(2) „Von-Person-zu-Person“-Beziehung = SINN
Diese zwei Aus-sagen bezeichnen ein und dieselbe Gleichung. Die „eine“ Aussagen-Gleichung wird hier in gegenseitige Richtungen formuliert.
4. Die „Von-Person-zu-Person“-Beziehung
Wer ist derjenige, zu dem ich uneingeschränkt stehe?
Diese-und-diese „Person“. Ob es sich dabei um meine eigene Person handelt oder um eine andere, das scheint prinzipiell irrelevant zu sein.
These 3: Die „Von-Person-zu-Person“-Beziehung macht das Wesen der „Person-überhaupt“ aus.
Das scheint mit zu besagen:
(1) „Person“ = „Personen“
(2) „Personen“ = „Person“
5. Das „Sinn-Gott“-Sichsagen
These 4: Der „Sinn-Gott“ sagt sich in seinem Wesen einheitlich als
_ „Person“,
_ „Personen“,
_ „Von-Person-zu-Person“-Beziehung.
6. Das in (m)einer Geburtstags-Feier Gefeierte
Unter „Feiern“ verstehe ich so etwas wie: „mit leidenschaftlichem Nachdruck zu bejahen, was sich an sich und von sich aus als ein schlechthin zu Bejahendes zeigt“.
In einer Geburtstagsfeier wird gefeiert:
_ das schlechthin zu Bejahende namens „Person“ (meiner eigenen, die vom Sinn-Gott, die der Mitfeiernden),
_ das Er-eignis vom Ins-Existieren-kommen meines Ich-selbst als Ausdruck der „Von-Person-zu-Person“-Beziehung schon vor allem Anfangen (vom Sinn-Gott und mir).
Zur „Autobiographie in SINNphilosophischer Absicht“ (3)
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Der Geburtstag
(Schema einer SINNphilosophischen Deutung)
Montag, 11. Februar 2013
Stichworte:
(1) Anfangen
„Geburtstag“ steht für „Anfangen“.
(2) Vor-allem-Anfangen
„Vor allem Anfangen war die Beziehung.“
(3) Beziehung
Die Beziehung als adäquate Antwort auf die „Warum-überhaupt“-Frage.
(4) „Warum-überhaupt“-Frage
Gibt es (noch) ein Woher der „Warum-überhaupt“-Frage?
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Will ich das eigene Anfangen „verstehen“, muss ich mich auf die Frage „Warum-überhaupt mein Anfangen?“ einlassen.
Dienstag, 12. Februar 2013
Gehört ein solches Fragen noch zur „Biographie“, das heißt zu einer „Lebens-Beschreibung“? Die Frage nach dem „Warum-überhaupt“ bezüglich meines Ins-Existieren-Hineinkommen aber thematisiert mein Vor-dem-Leben.
Welchen Sinn hat so eine Thematisierung? Kann dies überhaupt einen Sinn haben?
Mittwoch, 13. Februar 2013
Worum geht es in der „Biographie“, „Lebensbeschreibung“?
Sagen wir es ganz allgemein: um die Darstellung der Lebens-Ereignisse in einer einheitlichen Sicht. Oft ist die Chronologie, also der zeitlicher Ablauf dieser Ereignisse, die Achse der Lebens-Darstellung.
Alles fängt hier bei der Geburt an. Angegeben werden als Erstes: Geburtszeit, Geburtsort, familiäre und gesellschaftliche Verhältnisse.
Worum geht es in der „SINNphilosophischen Biographie“?
Offenbar um eine „Deutung“ der Lebens-Ereignisse, in welcher das Verstehen vom Sinn und dem Sinnhaften sich als der Deutungs-Leitfaden auswirkt.
Die oben genannten empirischen Angaben zur Geburt spielen hier zunächst so gut wie keine Rolle. In den Vordergrund tritt stattdessen die prinzipielle Auffassung von so etwas wie „Geboren-Werden“.
Es tauchen die philosophischen Fragen auf:
(1) Woher kam das, dass ich geboren bin?
(2) Warum überhaupt kam es dazu?
(3) Was kann ich selbst als der Geborene meinerseits „damit anfangen“?
Zur „Autobiographie in SINNphilosophischer Absicht“ (2)
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1
Die Gestalt-Einheitlichkeit der Lebens-Strecke
Donnerstag, 7. Februar 2013
Aus der offenen und unbestimmten „Zukunft-Weite“ ist im Lauf der Zeit eine abgeschlossene und bestimmte „Lebens-Abschnitt“-Gestalt geworden. Was zeigt sie als Wesenscharakteristika?
a) Diese Gestalt ist nicht „ver-gangen“, sondern „aktuell“. Was als Ver-gangenheit hinter mir liegt, sind die damaligen Gestaltungs-Möglichkeiten der offenen Zukunft. Sie sind jetzt vorbei.
b) Diese „Lebens-Abschnitt“-Gestalt ist nicht „leb-los“, sondern „aktuell am Wirken“.
c) Diese so gewordene und so bestimmte „Lebens-Strecke“-Gestalt gestaltet ihrerseits die aktuell als offene Weite auf mich zukommenden Gestaltungs-Möglichkeiten:
(1) die eigenen Gestalt-Möglichkeiten,
(2) die „Lebens-überhaupt“-Möglichkeiten.
Freitag, 8. Februar 2013
Die Zeit schreitet voran beziehungsweise läuft – um schließlich abzulaufen.
Die Zeit ver-geht. Sie ist von Natur aus ver-gänglich. Ihrem Sein eignet so etwas wie Vor-läufigkeit im Sinne von Zur-zeitigkeit. Sie ist immer „nur zurzeit“ da – dann ist sie weg und ver-gangen. Insofern sie „ist“, bleibt sie „nur bedingt von Bedeutung“.
Der von Natur aus ver-gehenden Zeit fehlt der Ernst des Bedeutens. „Ernst“ und „Bedeuten“ sind Merkmale des „menschlichen Lebens“ – aber nicht der Zeit, in der dieses ab-läuft.
Die ablaufende und vergehende Lebens-Zeit hinter-lässt eine Lebens-Gestalt.
Im Laufe des Lebens zeichnet sich, bildlich gesprochen, eine „Gestalt“ ab: zuerst nur rudimentär, dann immer reichhaltiger, dichter, intensiver. Nach dem Ablaufen einer längeren Lebens-Strecke ist die vom Leben gezeichnete Gestalt-Individualität erkennbar.
Die jeweils individuelle Lebens-Gestalt sammelt alle von der abgelaufenen Zeit gezeichneten Linien und Striche sowie alle von ihr aufgetragenen Farben zu „einem“ Bild zusammen. Der Lebens-Gestalt eines Menschen eignet Einheitlichkeit.
Die Idee der „Autobiographie in SINNphilosophischer Absicht“ stellt sich die Aufgabe, nach dem einheitlichen Bild einer abgelaufenen Strecke des menschlichen Lebens Ausschau zu halten und es philosophisch auf den Begriff zu bringen.
Zur "Autobiographie in SINNphilosophischer Absicht" (1)
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1. Kapitel
Zwischen 18 und 65
THEMA 1:
Die große Weite der eigenen Zukunft
und
die lange gestalt-entschiedene Lebens-Strecke
Mittwoch, 6. Februar 2013
Anfang Februar 1966, Lyzeum in Złotów, später Nachmittag. Um 20 Uhr 30 habe ich den Zug nach Lipka.
Das fortschreitende Abiturjahr. Das bedeutete für mich an erster Stelle, dass die Entscheidung über das Studienfach endlich zu fällen ist.
Je näher die Prüfungen kommen, desto dichter und intensiver wird die Zeit. Jeder Tag ist bedeutungsschwer.
Dieses äußerlich-situationelle Drängen der fortscheitenden Zeit hatte sein philosophisches Element. Es bestand aus drei Gliedern:
_ Die Feststellung: Die Wahl des Studiums ist eine Wahl des Lebens.
_ Die Frage: Was sind dafür die richtigen Wahl-Kriterien?
_ Die Frage aller Fragen: Was ist das entscheidende Kriterium-der-Kriterien?
Allem zuvor war das zu klären – und aufgrund dieser Klärung zu entscheiden. Dies war, dachte ich, noch vor dem Abitur zu „erledigen“.
Gelungen ist mir das nicht. Die entscheidenden Ansichten kamen erst im ersten Monat an der Uni. Ihnen folgte kurz danach auch die entsprechende Lebens-Entscheidung.
Heute, nach 47 Jahren, blicke ich auf die so anfangende Lebens-Strecke zurück. Welche Themen tauchen zunächst auf?
Sinn-Notizen
Zur „Sinn-Gott“-Problematik (2)
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Das Sich-sagende vom „Sinn-Gott“-Sichsagen,
das Sich-sagende vom „Ich-selbst“-Sinn-Sichsagen,
das „WIR!-selbst“-Sinn-Sichsagen
A
Das „Ich-selbst“-Sinn-Sichsagen
Donnerstag, 31. Januar 2013
1. Das menschliche Ich-selbst sinn-sagt-sich.
Das meint: Es zeigt sich als dasjenige, was an sich und von sich aus das schlechthinnige Bejahen hervorruft.
2. Dieses „dasjenige, was“ sowie dieses Bejahen sind transzendental (als apriorisch-prinzipielle Bedingung der Möglichkeit eines konkret-faktischen Auftretens) zu denken.
Das bedeutet: Das menschliche Ich-selbst – und zwar das konkrete, dieses-da einzelne – „gibt es“ schon vor jedem Anfangen.
3. Eine der Wesensgestalten vom Anfangen ist das In-die-Existenz-Eintreten.
Das besagt: Noch bevor ich existiere bin ich bereits ein Zu-existierendes.
4. So er-klärt-sich (tritt souverän aus dem Dunkeln ins Klare) das in der „Warum-überhaupt“-Frage Erfragte.
Diese (eine) Frage fragt (mehrfach formuliert):
_ Warum gibt es mich überhaupt?
_ Wieso kommt es dazu, dass ich existiere und nicht nicht-existiere?
_ Was ist dasjenige, wo-her (der Bedeutens-Raum, die Bedeutens-Gegend) ich komme, von dem-her (sach-inhaltlich) ich stamme?
B
Das „Sinn-Gott“-Sichsagen
1. Im Sich-sinn-sagen des menschlichen Ich-selbst sagt-sich so etwas wie Sinn-Gott mit.
Der Sinn-Gott sagt-sich wesens-konstitutiv-strukturell als das Apogäum des im Ausgang von der Selbst-Begegnung sich-vollziehenden Sinn-Verstehens eines einzelnen Ich-selbst.
2. Das Sich-sagende vom so sich einem menschlichen Ich-selbst sagenden Sinn-Gott heißt (sach-inhaltlich) Beziehungshaftigkeit.
Das sich als etwas Zu-existierendes sinn-sagende Ich-selbst er-fährt den Sinn-Gott als den Ort und die Gegend, wo es schon vor seinem In-die-Existenz-Eintreten gegeben war und wo-her es kommt.
Schon vor dem Anfangen seines Existierens be-fand sich dieses Ich-selbst innerhalb des „Sinn-Gott“-„Ich-selbst“-Beziehung-Raumes.
Freitag, 1. Februar 2013
3. Innerhalb der „Sinn-Gott“-„Ich-selbst“-Beziehung sich(Dativ)-sagen-sich(Akkusativ) das Ich-selbst und der Sinn-Gott gemeinsam-gleichzeitig (weil in ein und demselben Sichsagens-Akt).
Das meint mit: Der Sinn-Gott ist nicht als „Schöpfer“ zu denken (wie gewöhnlicherweise „Gott“ gedacht wird) – parallel dazu ist das menschliche Ich-selbst nicht als „Gottes Schöpfung“ zu denken.
4. Die Gemeinsamkeit-Gleichzeitigkeit vom Sichsagen der „Sinn-Gott“-„Ich-selbst“-Beziehung sich-sagt-sich in zweipolig ausgerichteter Anders-heit.
_ Vom Sinn-Gott aus gesehen er-scheint das menschliche Ich-selbst als Sinn-Gottes Ausdruck.
In der Anders-heit vom Ich-selbst spricht sich die Sach-Inhaltlichkeit vom Sinn-Gott („dasjenige, was“ er an sich und von sich aus darstellt) aus.
_ Dem vom „Sinn-Gott“-Sichsagen betroffenen menschlichen Ich-selbst er-scheint der Sinn-Gott als die Er-füllt-heit.
In der Anders-heit vom Sinn-Gott spricht sich die Sach-Inhaltlichkeit des eigenen Sinn-Werdens des Ich-selbst („dasjenige, was“ der Mensch in seiner Voll-Menschlichkeit darstellen wird) aus.
C
Das „WIR!-selbst“-Sinn-Sichsagen
Montag, 4. Februar 2013
1. Im Sich-sinn-sagen des menschlichen Ich-selbst sagt-sich so etwas wie WIR!-alle-Menschen mit.
Das Sinn-Verstehen vom das eigene Selbst verstehenden Ich-selbst greift konstitutiv-strukturell auf das schlechthin Ganze aller Ich-selbste (und so auf uns-alle-Menschen) aus und wendet sich mit der Sinn-Nennung „WIR!“ an sie.
2. Das Sich-sagende von den so sich einem Ich-selbst sagenden Menschen heißt (sach-inhaltlich) auch Beziehungshaftigkeit.
Im Sinn-Verstehen das eigene Selbst verstehend befindet sich dieses Ich-selbst mit allen Menschen in einer wesenhaften Beziehung noch bevor es ihnen konkret begegnet.
3. Das Sich-sagende vom „Ich-selbst“-Sinn-Sichsagen (das Zu-existierende) und das Sich-sagende vom „Sinn-Gott“-Sichsagen (die zweipolige „Ich-selbst“-„Sinn-Gott“ Beziehungshaftigkeit) er-fahren in der Beziehungshaftigkeit mit UNS!-allen-Menschen so etwas wie Tiefendimension.
Diese Beziehungs-Tiefendimension betrifft alle „Sach-Inhalt“-Dimensionen des sich-sagenden Sinnes-selbst.
4. Dadurch modifiziert sich das eigene Sinn-Sichsagen des betroffenen Ich-selbst durch das Sinn-Sichsagen anderer Ich-selbste.
Diese Modifikation er-folgt in allen „Sinn-Sach-Inhalt“-Dimensionen:
_ in Hinsicht vom Sinn-Sichsagen des Schönen,
_ in Hinsicht vom Sinn-Sichsagen der Person,
_ in Hinsicht vom Sinn-Sichsagen des Intellektuell-Interessanten,
_ in Hinsicht vom Sinn-Sichsagen des Liebens.
5. Die durch ihre Tiefendimension „WIR!“ modifizierte prinzipielle Beziehungshaftigkeit von Ich-selbst, Sinn-Gott und Uns-allen Menschen real-isiert sich konkret-faktisch in der „Zeit-Erstrecktheit“-Dimension.
Diese „Zeit-Erstrecktheit“-Dimension meint sinn-sach-inhaltlich den Gang zur Voll-Menschlichkeit von Uns-allen Menschen.
Zur „Sinn-Gott“-Problematik (1)
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Das Sich-sinn-fühlen in der
„Ich-selbst“-„Sinn-Gott“-Beziehung
Montag, 28. Januar 2013
Als strukturell-konstitutive Elemente dieser Problematik tauchen zuerst die folgenden Themen auf.
1. Das Verhältnis zwischen dem Auftreten vom Sich-sinn-fühlen:
a) in der „Ich-selbst“-„Sinn-Gott“-Beziehung,
b) in den Sinn-Sach-Dimensionen,
c) im Selbst des eigenen Ich-selbst.
2. Das Verhältnis zwischen dem Auftreten vom Sich-sinn-fühlen:
a) im aktuell-direkten DU!-Sichwenden an mein eigenes „Ich“-selbst,
b) im aktuell-direkten DU!-Sichwenden an den „Sinn-Gott“-selbst,
c) im aktuell-direkten WIR!-Sichwenden an Uns-alle-„Ich-selbste“.
3. Das Auftreten vom Sich-sinn-fühlen in der „Ich-selbst“-„Sinn-Gott“-Beziehung innerhalb der Sinn-Sach-Dimension „das Intellektuell-Interessante“.
Dienstag, 29. Januar 2013
Das aktuell und direkt an den „Sinn-Gott“-selbst gerichtete DU!-sagen empfindet das einen solchen Akt vollziehende Ich-selbst als „intellektuell über alle Maßen interessant“. Das erfährt es als ein intellektuelles Faszinosum.
Dieses Faszinosum zeigt an sich ein eigenartiges Charakteristikum: eine ins Offene laufende und sich steigernde „Sinn-Leuchten“-Beweglichkeit.
Dieser Vor-gang wird vom Ich-selbst direkt „empfunden“ und „er-fahren“. Seine Natur aber besteht aus dem SINNtheoretischen Diskurs. Hier SINNdenkt ein Ich-selbst sein eigenes Selbst. Im „sinn-Gott“-Denken erreicht dessen „Eigenes-Selbst“-Sinn-Verstehen sein Apogäum.
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Sinn-Kurznotizen (2)
Der Sinn als die schlechthin geltende Gegebenheit
Dienstag, 29. Januar 2013
Der Sinn (Sinn-Inhalt) taucht vor mir auf – und ich sehe in unvermittelter Wahrnehmung, dass dieses Aufgetauchte „schlechthin gilt“.
Zu diesem Gelten gehört es konstitutiv-wesentlich, dass es eine „Gegebenheit“ darstellt. Sie zeigt sich vom „Sein-Nichtsein“ und von jedem „Verneinen“ radikal unabhängig.
Was besagt diese Gegebenheit in ihrem Wesen – was heißt es, dass etwas „überhaupt gegeben“ (und nicht etwa „nur vorgestellt“) ist?
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Sinn-Kurznotizen (1)
Das Wesen der Beziehungshaftigkeit
Donnerstag, 17. Januar 2013
„Ich stehe uneingeschränkt zu dir – ohne dich zu beeinträchtigen.“
So etwa spricht sich das Entscheidende am Wesentlichen des genuin Eigenen der „Von-Person-zu-Person“-Beziehung aus.
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Sinn-Notizen
Zum: „Aufbruch zur Voll-Menschlichkeit“ (13)
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Eine SINNphilosophische Neujahrsansprache
von
Tadeusz Zenka
1. Januar 2013
Geliebte Wir-alle-Menschen, geliebte Ich-selbste!
Wir sind Wir-alle-Menschen (Personen, Ich-selbste) – und: Wir sind „WIR!“. Lassen wir unser WIR! uns zuerst sich-sinn-sagen – noch bevor von etwas anderem zu sprechen sein wird.
_ Dieses Etwas-andere kann nämlich überhaupt sich-sagen, weil es auf uns trifft.
_ Es kann auf uns treffen, weil es uns gibt.
_ Es gibt uns, weil wir uns(Akkusativ)-uns(Dativ)-geben.
_ Wir geben-uns-uns, indem wir UNS!-UNS!-sagen.
_ Wir sagen-UNS!-UNS!, nachdem das Sinn-Sichsagen-selbst die Konkretisierungsgestalt „WIR!-Sinn-Sichsagen“ angenommen hat.
Gelingt in uns (in unserer Rede, in unserem SINNdenken) das zuletzt Genannte, dann ist die so geführte Rede ent-subjektiviert – dann übernimmt die Sache-selbst, genannt Sinn, die Sichsagens-Führung. Dann zeigt sich die „Wir-alle-Menschen“-Gegebenheit als konstitutiv-strukturell zum „Sinn-selbst“-Sichsagen dazugehörig. Das drückt der SINNphilosophische Terminus „WIR!“ aus.
Wir befinden uns am Startpunkt des WIR!-Jahresgeschehens 2013. Der erste Tag dieses Geschehens ist ein Festtag: Wir feiern unser eigenes WIR!-Sinn-Sichsagen.
Wir geben UNS!-UNS!-selbst in der Zeit, und zwar lebens-zyklisch. Jahr für Jahr. An Tagen wie gestern geht eine Lebenszeit weg – die andere kommt an.
Außer bei uns Menschen gibt es so etwas, was wir „Zeit“ nennen, gar nicht. Die physisch kreisenden Planeten be-sagen nichts, wenn sie von uns nicht betrachtet werden – und wenn wir ihr Kreisen nicht existenziell-metaphysisch auffassen, um es in unserem Leben SINNpraktisch zu verwenden.
2. Januar 2013
Was meint die existenziell-metaphysische Zeitauffassung? Sie meint vor allem die These:
Sinnmäßig betrachtet sind nicht wir Menschen von der Zeit (Ablauf, Vergehen) abhängig – sondern die Zeit als solche ist von uns (in ihrem „Überhaupt-Bedeuten“) abhängig.
Der zeitliche Augenblick kommt und geht, es gibt ihn und gleich ist er weg. Dieses „Muster“ lässt sich auf das Menschenleben nicht anwenden – sonst hat man von diesem sinnmäßig-wesenhaft wenig verstanden.
Was be-sagt die SINNpraktische Verwendung der existenziell-metaphysischen Zeitauffassung?
Sie be-sagt wesenhaft-grundsätzlich das Entstehen-lassen von zwischenmenschlicher:
_ WIR!-Selbst-Begegnung,
_ WIR!-Selbst-Präsenz,
_ WIR!-Beziehungshaftigkeit.
Wir-alle-Menschen sind von voller Menschlichkeit-Gestalt in unserem konkret-faktischen Leben noch sehr weit entfernt. Viele Jahre werden dafür verwendet werden müssen, diese Wende herbeizuführen.
Doch: Vom Ende im üblichen Sinne lässt es sich hier nicht sprechen. Wir ver-wenden die Zeit (wie etwa dieses Jahr 2013) für die Menschlichkeit-Wende im Zusammenleben von Uns-allen-Menschen auf die Art und Weise, dass wir dabei und schon jetzt das aktuell-konkret-faktische SINNleben praktizieren.
Zum Geschehen vom Sichsagen des Sinnes-selbst im praktischen SINNleben gehört es wesenhaft-konstitutiv dazu, dass dieses Sichsagen sich-steigert. Wir befinden uns dabei aber weder „auf dem Weg zu“, noch an einem „Ziel“. Das Sinn-Sichsagen über-steigt in seiner Natur beides.
Wir begrüßen und feiern das An-kommen vom Jahr 2013. Der Inhalt dieser Feierlichkeiten be-sagt: Nicht nur eine neue Zeit, sondern auch der Sinn selbst kommt neu bei uns an – in Form von zeitlich sich jetzt aktuell-konkret-faktisch anbietenden Gestaltungsmöglichkeiten unserer WIR!-Voll-Menschlichkeit.
Uns-allen-Menschen, uns allen Ich-selbsten: Gelungenes Feiern und das sich daraus er-gebende sinnerfüllende Gestalten!
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I. ENTWÜRFE
II. SINN-NOTIZEN
- SINNleben-Eintragungen
- Thematisch zugeordnete Notizen
- Nicht zugeordnete Notizen
III. SENTENZEN
IV. SINNphilosophische Terminologie
V. Das Selbstverständnis der SINNphilosophie
VI. À propos ..., Stellungnahmen
VII. Section française
VIII. Sekcja polska
IX. Plattform
1. Fragen der Besucher
2. Kommentare zur SINNphilosophie
3. Diskussionen
E-Mail: plattform@sinnphilosophie-zenka.de
X. POSITIONEN:
POSITION 9 – Zenka, Tadeusz:
Der Sinn im konkret-faktischen Leben
Idee und Wesensstruktur der SINNphilosophischen Praxis (SPP)
(Abteilung III: Die Phänomen-Untersuchungen, Untersuchung 3 (retro)), Juni 2012, 99 S.
POSITION 8 – Zenka, Tadeusz:
Die Selbst-Präsenz
(Abteilung III: Die Phänomen-Untersuchungen, Untersuchung 2 (retro)), Juli 2009, 38 S.
POSITION 7 – Zenka, Tadeusz:
Die Selbst-Begegnung
(Abteilung I: Die aufgehenlassenden Gedankengänge, Gedankengang 3 (retro)), Juni 2009, 43 S.
POSITION 6 – Zenka, Tadeusz:
Die Idee der SINNphilosophie
(Abteilung II: Die aufweisend-sich-ausweisenden Gedankengänge, Gedankengang 2 (retro)), Mai 2009, 8 S.
POSITION 5 – Zenka, Tadeusz:
Das Sinn-Sichsagen des Liebens (Kurzfassung)
(Abteilung II: Die aufweisend-sich-ausweisenden Gedankengänge, Gedankengang 1b), Mai 2009, 31 S.
POSITION 4 – Zenka, Tadeusz:
Das Sinn-Sichsagen des Liebens (Entwurffassung)
(Abteilung II: Die aufweisend-sich-ausweisenden Gedankengänge, Gedankengang 1a), Mai 2009, 68. S.
POSITION 3 – Zenka, Tadeusz:
Die Liebe
(Abteilung III: Die Phänomen-Untersuchungen, Untersuchung 1 (retro)), März 2009, 47 S.
POSITION 2 – Zenka, Tadeusz:
Von der Da-draußität und vom Sichsagen des Sichsagens
(Abteilung I: Die aufgehenlassenden Gedankengänge, Gedankengang 2), Februar 2009, 43 S.
POSITION 1 – Zenka, Tadeusz:
Das Über-das-Sein-hinaus
(Abteilung I: Die aufgehenlassenden Gedankengänge, Gedankengang 1), November 2008, 95 S.
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I. E N T W Ü R F E
A: Die bei XinXii bereits veröffentlichten Einzelentwürfe
1.
Abteilung IV: Die "Sinn-Sichsagen"-Entwurf-Miniaturen
(Miniatur 1)
Das Geschehen des Sinn-Sichsagens
in der
zweiten Phase der SINNphilosophie
2.
Abteilung IV: Die "Sinn-Sichsagen"-Entwurf-Miniaturen
(Miniatur 2)
Das Sinn-Sichsagen des Schönen
3.
Abteilung IV: Die "Sinn-Sichsagen"-Entwurf-Miniaturen
(Miniatur 3)
Das tägliche Aufgehen des Sinn-Sichsagens
4.
Abteilung IV: Die "Sinn-Sichsagen"-Entwurf-Miniaturen
(Miniatur 4)
Das Sinn-Sichsagen des Schlechthin-Ganzen
5.
Abteilung IV: Die "Sinn-Sichsagen"-Entwurf-Miniaturen
(Miniatur 5)
Das "Diese-Welt"-Sinn-Sichsagen
6.
Abteilung IV: Die "Sinn-Sichsagen"-Entwurf-Miniaturen
(Miniatur 6)
Das Sinn-Sichsagen des Nationalen und das "genuin Menschliche"
7.
Abteilung IV: Die "Sinn-Sichsagen"-Entwurf-Miniaturen
(Miniatur 7)
Das Sinn-Sichsagen im Aufbruch zur Voll-Menschlichkeit
8.
Abteilung IV: Die "Sinn-Sichsagen"-Entwurf-Miniaturen
(Miniatur 8)
Die Ent-subjektivierung des Sinn-Sichsagens
B: Die zur Veröffentlichung anstehenden Einzelentwürfe
1.
Die Anfangsproblematik
der
zweiten Phase der SINNphilosophie
2..
Die konstitutive „Ur-Gegebenheit“-Struktur
3..
Das WIR!-Sinn-Tun
und
das WIR!-Sich-sich-Sinnsagen
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VI. Á P R O P O S ..., S T E L L U N G N A H M E N
À propos … (21):
„Trauma Afghanistan – Welche Spuren hinterlässt der Krieg?“
(ARD – „Günther Jauch“, 10. Juni 2012)
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1.
Der Krieg – wie re-agieren
auf
diese existenzielle Absurdität?
Montag, 11. Juni 2012
Auf jeden Fall zusammenkommen und wesenhaft darüber reden. Etwa so wie in dieser Sendung.
Woher stammt der Krieg? Was ist er in seinem Wesen?
Hier der Versuch einer Antwort:
(1) Der Krieg stammt von der Stupidität des Menschen und
(2) offenbart sich im Versuch des wesenhaften Verstehens desselben als eine Absurdität der menschlichen Existenz.
Ist der Krieg überhaupt zu vermeiden? Selbst-verständlich. Beim rational-kritischen Sinn-Verstehen seines Selbst hebt er sich als ein Nicht-zu-Begründendes von allein auf.
Genauer gesehen ist es die sich steigernde Menschlichkeit der Menschen, die irgendwann den Krieg grundsätzlich unmöglich machen wird.
Wie ent-wickelt sich die Menschlichkeit des Menschen? Allgemein gesprochen: indem der Einzelne das eigene Selbst sich-selbst(Dativ) sich-sinn-sagen lässt.
Innerhalb des Sinn-Sichsagens zeigt sich das Wesen jeder einzelnen Person als „human-heilig“. In diesem Augenblick ist das Töten un-möglich.
2.
Die im Sinn-Sichsagen
werdende
menschliche Natur
Dienstag, 12. Juni 2012
Wir lernen viel vom Krieg über das Leben und über den Menschen. Und wir ersehnen den Tag, an dem dieses Wissen den Krieg ganz verhindern wird.
Warum und wie sollte es dazu kommen?
Dazu die These: Weil durch ein solches Wissen die Natur des Menschen sich soweit ver-ändern und ent-wickeln wird.
Diese These behauptet:
a) Die Natur des Menschen ist nicht ein für allemal geschaffen, sondern ist uns im Werden gegeben.
Wir müssen uns dabei im Ausgang vom aktuellen Stadium der „anfänglichen Menschlichkeit“ hin zur „Voll-Menschlichkeit“ bewegen – und so „menschlich“ auf das Auftreten der Absurdität namens „Krieg“ angemessen re-agieren.
b) In der Beweglichkeit des Geschehens „Gang zur Voll-Menschlichkeit“ geht es letzten Endes um das allumfassende „Sinn-Sichsagen“-Geschehen.
c) „Durch“ den Krieg kann der Sinn als Sinn sich-sagen.
Kriege lassen sich sinnmäßig nicht verstehen. Deshalb wird das Auftreten derselben menschlich als „absurd“ (etwas Nicht-zu-Verstehendes) erfahren.
Sie können aber das Geschehen vom Sinn-Sichsagen – dieses „provozierend“ – hervorrufen.
3.
Die Sinnhaftigkeit des menschlichen
Zusammenkommens
Mittwoch, 13. Juni 2012
Das Ereignis solch eines Zusammen-kommens steht in direktem Gegensatz zum Auseinander-gehen und Gegeneinander-treten im Geschehen des Krieges.
Die zuvor gemachte Erfahrung des Absurden schafft eine Art Vakuum in der menschlichen Existenz und in der menschlichen Natur. Es ent-steht im Menschen ein eigenartiger Sog der Sinnhaftigkeit. Die in ihm vom Krieg geschaffene Leere kann sich mit ganz neuen Inhalten füllen.
Diese Inhalte (Sinn-Sach-Inhalte) können sogar so neuartig sein, dass sie als „zuvor nie gewesen“ erfahren werden.
Die neuere Geschichte Europas liefert dafür eine Tatsachen-Bestätigung. Und diese scheint sich noch verstärken zu wollen.
À propos … (20):
„Das Böse. Beweist die Existenz des Bösen
die Nichtexistenz Gottes? Ein Gespräch.“
(Arte – „Philosophie“, 27. Mai 2012)
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Gott und das Böse –
der Sinn-Gott und das Absurde
A: Paul Claviers „Gott“-These
Donnerstag, 31. Mai 2012
Ist die traditionelle philosophische Rede von „Gott“ und vom „Bösen“ der heutigen Sinn-Erfahrung angemessen?
Der Philosoph Paul Clavier gibt auf die im Titel der Sendung gestellte Frage eine bejahende Antwort: Ja, die Tatsache der Existenz des Bösen beweist die Unstimmigkeit der These über die Existenz Gottes.
Er denkt den Zusammenhang zwischen einer solchen These und einer solchen Tatsächlichkeit im Schnitt von zwei sach-thematischen Hinsichten:
1. Entweder
a) „will“ Gott das Auftreten des Bösen unterbinden
– oder
b) er „will es nicht“.
2. Entweder
a) „kann“ Gott das Auftreten des Bösen unterbinden
– oder
b) er „kann es nicht“.
_ Die Kombination 1a-2b ergibt: Gott ist machtlos.
_ Die Kombination 2a-1b ergibt: Gott ist grausam.
_ Die Kombination 1b-2b ergibt: Gott ist dumm und böse.
_ Die Kombination 1a-2a ergibt: Gott kann und will das Auftreten des Bösen unterbinden – tut es aber nicht.
Warum tut Gott es nicht?
Das Ausbleiben der Antwort kommt dem rational-kritisch begründeten Aufgeben der These über die Existenz Gottes gleich.
An den drei vorhergehenden Gott-Aussagen – machtlos, grausam, dumm und böse – besteht sowieso kein Interesse.
Die Frage nach der Herkunft des Bösen bleibt offen. Die Existenz des Bösen zeigt sich als ein rational-unerklärliches Rätsel.
B: Kritische Bemerkungen zur „Gott“-These
1. Das Wollen und das Können
Weder das Eine noch das Andere stellen ursprüngliche Gegebenheiten dar.
Das Wollen tritt nur als eine vermittelnde Instanz auf. So etwas wie „wollen um zu wollen“ gibt es nicht.
Das Können im Sinne von „etwas Vermögen“ oder „Machtausüben“ – allein und als solches genommen – ist an sich inhaltslos und be-sagt zuerst gar nichts.
Insofern Gott durch die Angabe dessen, was er will beziehungsweise was er kann, charakterisiert wird, sagt dies noch sehr wenig über das Entscheidende am inhaltlichen Bestand seines Wesens aus.
„Unbeugsamer Wille“, „Allmacht“, „unangefochtene Herrschaft“ – solche Reden über Gott er-geben für den heute nach „dem Sinn“ fragenden Menschen keinen „großen Sinn“.
Ein so charakterisierter Gott be-sagt (sinn-mäßig) radikal weniger als der nach ihm fragende Mensch.
2. Das Böse
a) Die phänomenal-ursprüngliche Frage: Warum gibt es das menschliche Leiden?
Als ebenso wenig ursprünglich wie das Wollen und das Können zeigt sich die Gegebenheit genannt „das Böse“.
Sie scheint sich eher als eine Kausal-Interpretation der uns unmittelbar begegnenden Gegebenheit des menschlichen Leidens zu er-geben.
Der „böse Wille“ soll danach den „Ursprung des Leidens“ darstellen.
Das Problem besteht hier darin, dass „das Böse als das Böse“ begründeterweise nicht woll-bar ist.
b) Die Frage: „Woher kommt das Böse?“
Wenn man überhaupt so fragt, dann scheint sich als Antwort anzubieten: Das Böse kommt vom Bösen selbst.
Das wäre ähnlich zu verstehen wie: Das Gute kommt vom Guten.
Beide treten begrifflich auf als transzendental-apriorische Größen.
C: Die „Sinn-Gott“-These
Montag, 4. Juni 2012
Im Gegensatz zu einem religiösen Glauben muss sich jede philosophische Rede von „so etwas wie Gott“ ausschließlich rational-kritisch ausweisen. Das wird im Denken von einer bestimmten Art – eben: im begrifflich-diskursiv-philosophischen Denken – unternommen.
Rational-kritisch ist zuerst die Veranlassung zu solcher Thematisierung zu begründen.
Warum überhaupt von „Gott“ reden? Die SINNphilosophie sieht dafür auch keine Veranlassung.
Stattdessen will sie über so etwas wie „Sinn-Gott“ sprechen. Was sind hier die Unterschiede?
1. Der Sinn-Gott sagt-sich – was ist dabei zu beweisen?
Das „Sinn-Gott“-Sichsagens-Geschehen vollzieht sich in einer einheitlichen Denk-Bewegung:
_ Ein konkretes menschliches Ich-selbst begegnet in der Selbst-Begegnung seinem eigenen Selbst.
_ Es versteht im beziehungsweise durch den Sinn sein eigenes Selbst –
_ welches Sinn-Verstehen auf das schlechthin Ganze ausgreift
_ und im „Sinn-Gott“-Sichsagen gipfelt.
In einer solchen Sichsagens-Situation taucht die Aufgabe, die Existenz Sinn-Gottes zu beweisen, gar nicht auf. Auszuweisen hat sich stattdessen das genannte Sichsagens-Geschehen als solches.
2. Das Fragen nach dem menschlichen Leiden aus dem
gemeinsamen Daran-leiden heraus
Das von der Realität der leidenden Menschen betroffene Ich-selbst sieht sich (im Zuge des eigenen „Ich-selbst“-Sinn-Verstehens) vor die Frage gestellt: Wieso, warum das – wie kommt es zur Gegebenheit von diesem Sinn-Widrigen (dem Absurden) des menschlichen Leidens im Geschehen vom Sichsagen des Sinnes?!
Diese Frage steigt im Inneren des Menschen auf (da ist der Ort ihres Geschehens) – aber ihre Spitze ist an Sinn-Gott gerichtet.
Solch gemeinsames Fragen ist ver-bindend: Es bindet den Menschen an den Sinn-Gott und den Sinn-Gott an den Menschen.
3. Ein „Rätsel“ oder ein „Mysterium“?
„Es geschieht bereits, es findet schon statt: das gemeinsame Nach-gehen der auf-gehenden Fraglichkeit des menschlichen Leidens.“
Die Konstatierung dieses Geschehen ist die soeben erfragte Antwort.
Das Leiden zeigt sich als „mysteriös“: Es findet mitten im Geschehen des Sinn-Sichsagens statt – widerspricht dabei der Logik und der Dynamik des Sinn-Sichsagens grundsätzlich und läuft diesem Geschehen zuwider.
Dieses Widersprechen vollzieht sich auf „grundsätzliche“ Art – aber dann doch irgendwie als „vorerst“.
Das Leiden ist insofern nicht „rätselhaft“ (für das Sinn-Verstehen undurchdringlich und unerklärlich) als wir es in seinem Un-Wesen schon erkannt haben.
Wir haben auch schon gelernt, mit der aggressiv auftretenden Präsenz dieser Absurdität umzugehen: sich mit aller Wucht gegen sie zu stellen. Das meint: sich den leidenden Menschen praktisch voll zuzuwenden.
D: Der „Aufbruch zur Voll-Menschlichkeit“ als Re-aktion
auf das menschliche Leiden
Die Frage „Warum das, wieso die Absurdität des menschlichen Leidens?!“ wird nicht lediglich an den Sinn-Gott adressiert. Sie richtet sich auch an uns.
Auf welche Art und Weise?
Warum lassen wir Menschen so oft zu, dass die Menschen leiden – obwohl uns das in unserer Menschlichkeit doch so sehr widerspricht?
Offenbar deshalb, weil diese Menschlichkeit noch so mickrig ist. Sie ist noch sehr un-entwickelt.
Indem der Gang zu unserer Voll-Menschlichkeit vorwärts schreitet, wird sich einiges an unserer Erkenntnis über das „Wieso das Absurde im ‚Sinn-Sichsagen‘-Geschehen?“ ändern.
Was und in welcher Hinsicht, können wir allerdings vorerst nicht wissen.
À propos … (19):
„Schicksalsschläge – Samuel Kochs zweites Leben“
(ARD – „Günther Jauch“, 22. April 2012)
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Schicksalsschläge – wie antworten:
auf den Verlust,
auf den Schmerz,
auf die existenzielle Absurdität?
Montag, 23. April 2012
Die Fernsehsendung war eine authentisch menschliche Begegnung mit Personen, die existenziell-schwere Schicksalsschläge erlitten hatten – drei Querschnittgelähmten und einem Vater, dessen Tochter an Leukämie gestorben ist.
Das war aber auch eine echte Begegnung zwischen diesen Personen und unzähligen Fernsehzuschauern. Wir waren alle versammelt, um auf den Verlust, auf den Schmerz und auf die Schläge des Absurden mit der personhaften Präsenz gemeinsam zu antworten.
Das Schicksal hat – in diesem Fall – durch seine Schläge die Menschen nicht aus-einander getrieben. Sondern im Gegenteil: zu-einander bewegt.
Warum?
Weil der Mensch im „genuin Eigenen“ dessen, was ihn wesenhaft ausmacht, etwas radikal Anderes als „das Schicksal“ darstellt.
Das Menschen-Schicksal ist zutiefst un-menschlich. Insofern verdient es die Qualifikation „absurd“.
Wie soll man darauf antworten? Wie kann man damit leben?
Versuch einer Antwort: mit SINNleben und SINNtun.
Das Absurde ist zwar in der menschlichen Existenz aktiv-präsent – aber menschlich un-lebbar und un-tunbar.
Indem die Absurdität die Menschen schlägt, bewirkt sie bei ihnen das Gegenteil von dem, was sie selber darstellt.
Das Schicksal trifft die Menschen un-personhaft – diese re-agieren jedoch als Personen. In solcher Re-aktion agieren sie nach Maßstäben, die total anders ausschauen als die Un-Maßstäbe des existenziellen Schicksals.
À propos … (18):
„Grass am Pranger – ist Kritik an Israel wirklich tabu?“
(ZDF – „Maybrit Illner“, 12. April 2012)
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Das Nationale und das „genuin Menschliche“
1.
Vorläufiges zum Thema der Sendung
Donnerstag, 12. April 2012
Im Hintergrund der im heutigen Titel formulierten konkreten Frage sind mehrere grundsätzliche und „gewaltige“ Fragen wahrnehmbar:
(1) „Unsere Nation, eure Nation“ – und die Menschlichkeit der Menschheit?
(2) Die Kritik an Israel soll kein Tabu sein – im Namen von was: des Nationalen oder eher des Menschlichen?
(3) In welchem Namen agieren aktuell die Israelis – im Namen des Menschlichen oder vielmehr im Namen des Nationalen?
(4) Was heißt für eine national bewusste Person, einem anderen Volk Freund zu sein – zu allem, was dieses tut, bedingungslos Ja zu sagen oder vielmehr die Menschlichkeit dessen Handelns zu fördern?
Das bei einer gegebenen Person sich ausbildende Verhältnis zu einer anderen Nation und das Verhältnis derselben zur ganzen Menschheit stellen zwei unterschiedliche Gegebenheiten und Angelegenheiten dar.
Sie befinden sich allerdings in einer Wechselwirkung und bedingen sich gegenseitig. Die Nichtbeachtung dieser Wechselbezüglichkeit schadet der betroffenen Person, ihrer eigenen Nation, der anderen Nation, und auch der ganzen Menschheit.
2.
Das Triebhafte im Nationalen – und das Sinnhafte am genuin Menschlichen und an den inter-nationalen Beziehungen
Freitag, 13. April 2012
Beides, sowohl das Triebhafte wie auch das Sinnhafte, gibt es bei der gegebenen Person in ihrem Verhältnis zu Nationen und in ihrem Verhältnis zur ganzen Menschheit. Unterschiedlich gestaltet sich aber die Gewichtung.
Die entgegengesetzten Extreme dieser Gewichtung zeigen sich im (ungestörten) Verhältnis zur eigenen Nation einerseits und im Verhältnis zur Menschheit andererseits.
Mein eigenes Volk „liebe ich“, natürlicherweise. In diesem Ausdruck gibt es mehrfaches gleichzeitig:
(1) Es ist „mir heilig“ (Element des Sinnhaften).
(2) Noch bevor ich mir das überlege, „setze ich mich voll ein“ (Element des Triebhaften).
(3) Noch bevor mir das überhaupt bewusst wird, „bin ich schon dabei“ (Element des Instinktiven).
Welches von den drei Elementen – im Empfinden, Verstehen, Agieren – überwiegt, ist grundsätzlich situationsbedingt.
Allgemein lässt sich aber doch sagen, dass das Triebhafte über-wiegt. Es wirkt sich faktisch als die stärkste Trieb-feder aus.
„Ich liebe die Menschen“ – alle Menschen, die ganze Menschheit.
Falls es wirklich so ist, wie in solchem Spruch gesagt wird, scheint es sich dabei um keinen Trieb oder Instinkt zu handeln. Diese Liebe ent-steht aus der bewussten Wahrnehmung des „genuin Menschlichen“. Dieses zeigt, an sich und von sich aus, den ihm eigenen Charakter des Sinnhaften.
„Ich liebe die Franzosen“, sagt ein Pole. Wie sieht es hier aus – mit der Gewichtung vom Triebhaften und Sinnhaften?
(Adam Mickiewicz ironisiert: „Denn was der Franzose erfindet, wird der Pole lieben.“)
Im Spiel sind: spontane Neigung, Charakternähe, Geschmacksrichtung, das (möglicherweise unerklärlich) Faszinierende, das Ästhetische, die Wertschätzung.
Insgesamt gilt: Die französische Nation ist für den so betroffenen Polen eine Bereicherung. Er nimmt sie als ein von außen auf ihn zukommendes Zu-sprechen an und macht dessen Inhalt zum Inhalt des eigenen Selbst.
Das bedeutet: Hier findet eine Selbstidentifikation statt. Eine Person identifiziert sich „durch“ dieses andere Nationale „mit“ sich-selbst.
Sie „Selbstidentifikation“ meint an dieser Stelle eine „Sinnkategorie“. Als eine solche gehört sie zum prinzipiellen Sichsagen des Sinnes im Geschehen des Sinnhaften im Aktuell-konkret-faktischen.
Für die oben angesprochene Person wird die andere Nation mit der eigenen nicht etwa identisch; sie steht mit der anderen Nation in einer „Beziehung“.
Die „internationalen Beziehungen“ (wie man das zu nennen pflegt) scheinen ihre Natur in der Beziehungshaftigkeit-selbst zu haben. Sie bindet eine je einzelne Person mit einem anderen Nationalen.
Auch an dieser Stelle zeigt sich der Charakterzug des Sinnhaften.
3.
Der Sinn-Reichtum des Nationalen – der Sinn-Reichtum des „genuin Menschlichen“
Samstag, 14. April 2012
(Ich habe mir soeben eine Ballettszene mit nationalen Tänzen aus Tschaikowskis „Schwanensee“ angeschaut.)
Das Schöne sinn-sagt-sich im jeweils Nationalen „massiv“. Dieses Sagen stammt von den einzelnen Völkern, ist aber prinzipiell sowohl an die eigenen wie auch an die anderen Volksmitglieder gerichtet.
Diese Ausgerichtetheit muss nicht erst beabsichtigt werden. Sie gehört schon zur Natur-selbst des Sinn-Sichsagens des Schönen.
Montag, 16. April 2012
(Dieselbe Szene aus „Der Schwanensee“.)
_ Das Sinn-Sichsagen des Schönen greift – kraft seines Wesen-und-waltens – auf das schlechthin Ganze der Menschheit aus. So bildet sich, artikuliert sich das „genuin Menschliche“ im Menschen.
_ Das Schöne – das, vom jeweils Nationalen ausgehend und in seinem Wesen-und-walten dieses Nationale überschreitend, auf das Ganze der Menschheit ausgreift – gehört zum genuin eigenen Inhalt des Menschlichen der Menschheit.
_ Hier zeigt sich das genuin Menschliche als ein Sinn-Sach-Inhalt.
Das Nationale sagt-sich und spricht-sich in den Schönheits-Werken der jeweiligen Nation aus. Indem es das tut, schreitet die Nation in ihrem Sich-sagen und Sich-aussprechen über sich selbst hinaus.
In solchem Über-sich-selbst-hinaus-schreiten verlässt die davon betroffene Person nicht ihre eigene Nation. Sie vergrößert sie auch nicht. Sie ver-ändert sie. In welcher Hinsicht?
Die gegebene Nation bleibt dieselbe, bleibt dieselbe Gegebenheit – das Andere an ihr, das sind die jetzt von ihr repräsentierten Sinn-Sach-Inhalte.
Ein Beispiel: die Musik von Johann Sebastian Bach.
_ Sie ent-stand vor etwa dreihundert Jahren in Deutschland und mitten in deutsch-nationalen Gegebenheiten.
_ Heute re-präsentiert sie auf eminente Weise das Erbe der ganzen Menschheit – und den sinn-sach-inhaltlichen Bestand des genuin Menschlichen.
_ Wenn ein Deutscher von heute sich durch die Werke von Bach mit sich selbst identifiziert, macht er nicht nur das Deutsch-Nationale für sich selbst präsent – sondert das Ganze der Menschheit und das genuin Menschliche.
Der aus eigenem Antrieb wachsende Sinn-Reichtum einer Nation ver-ändert das Nationale derselben in die Richtung des Welt-Menschlichen.
Was geschieht aber, wenn dieser Sinn-Reichtum nicht wächst – und stattdessen schrumpft?
Verhältnisse und Tendenzen kehren sich um:
(1) Die Tendenz zur Sinn-Überschreitung der eigenen Grenzen zeigt eine andere Bedeutung: Nicht das eigene Selbst soll sich jetzt durch das Andere verändern und damit „sich bereichern“ – die Anderen sollen sich verändern und „mich bereichern“.
(2) So eine Sinn-Größe wie „die ganze Menschheit“ gibt es immer weniger, bis sie möglicherweise ganz aus der Sichtweite der betroffenen Personen verschwindet.
(3) Der Sinn-Charakterzug „das genuin Menschliche“ verblasst zunehmend und wandelt sich (bestenfalls) zu so etwas wie „national Menschlichem“. (Der Akzent fällt dabei auf „national“.)
Aber auch dieses ent-menschlicht sich immer mehr. Wahrscheinlich deshalb, weil das Nationale als solches in seinem Wesen ein Charakteristikum des Menschlichen darstellt – und nicht die Menschlichkeit ein Charakteristikum des Nationalen.
(4) Mit einer Nation, wo der Sinn-Reichtum des eigenen Nationalen stark geschrumpft ist, lassen sich keine wahrhaftigen „internationalen Beziehungen“ unterhalten.
Auch wenn im faktischen Umgang die Kontakte zu ihr so genannt werden – sie bedeuten kaum mehr als nur Geostrategie und Taktik.
Die Nationalisten haben keine „Freunde“.
À propos … (17):
„Alle auf Sinnsuche – hat die Kirche noch Antworten?“
(ARD – „Anne Will“, 4. April 2012)
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Wonach wird in der Sinnsuche gesucht?
(Eine kleine Bestandsaufnahme)
(1) Nach einem Mehr-als-Geld.
Eine junge Frau arbeitet erfolgreich in einem Geldinstitut. Die leitende Maxime ist hier: Profitmaximierung. Sie realisiert nach ein paar Jahren Arbeit: Nicht so ein Leben suche ich für mich.
Jetzt ist sie Nonne.
(2) Nach einem Über-das-eigene-Selbst-hinaus.
Ein bekannter Historiker konstatiert im fortgeschrittenen Alter: Es muss doch etwas geben, was über die Grenzen meines kleinen Selbst hinausgeht – und mich gleichzeitig irgendwie mit ausmacht.
Obwohl evangelischen Glaubens besucht er immer wieder katholische Klöster – um dieser inneren Erfahrung nachzugehen.
(3) Nach einer Nicht-Herrschaft.
Eine Psychotherapeutin nimmt zur alttestamentarischen Gott-Gestalt Stellung: Das ist ein grausamer Herrscher. Dann lieber Atheist sein!
Man darf vermuten: Eine solche Wahl wurde im Namen des Sinnes beziehungsweise der Sinnsuche getroffen.
(4) Nach einem Gegenteil von „meinem Scheißleben“.
Das Buch, aus dessen Titel die obige Bezeichnung stammt, ist zu einem Bestseller geworden. Was uns die menschliche Existenz so bieten kann, verdient keine bessere Bezeichnung.
Der sechzigjährige Autor verbrachte neun Monate in einem buddhistischen Kloster – um zum Eigentlichen seines Selbst zu finden.
Jetzt ist er fähig, eine klare Stellung zur Geschichte seines Lebens zu beziehen.
(5) Nach einer „contemplatio in actione“.
So heißt eine der jesuitischen Grundmaximen. Sie spiegelt ein von diesem Orden gefordertes Verhältnis des einzelnen Ordensmannes zu Gott und zu anderen Menschen wieder.
Der Sinn ist danach in der praktischen „Aktion“ für die Anderen zu suchen und dort „beschaulich zu betrachten“.
(6) Nach den Nicht-Dogmen.
Die „contemplatio in actione“ kümmert sich nicht viel um die offiziellen kirchlichen Dogmen.
Das Dogmatische, die dogmatische Haltung, stellt ein Paradebeispiel des Gegenteils zur „Suche“ dar – insbesondere der Sinnsuche.
(7) Nach einer Art Gebets-Geborgenheit.
Ein Junge spielt zuhause mit seinem Bruder Ministranten. Er ist nämlich noch zu jung, um bei der wirklichen Messe zu dienen. Schon seit so einer zarten Kindheit kennt der heute um fünfzig Jahre alte Mann dieses religiös-mysteriöse und die menschliche Seele beglückende Etwas.
Er muss nicht, und wahrscheinlich nie musste, nach so etwas wie Sinn suchen – dieser wurde ihm, wie es scheint, von Gott buchstäblich in die Wiege gelegt.
Donnerstag, 5. April 2012
Tadeusz Zenka
À propos … (16):
„Strom ohne Atom – billiges Versprechen,
teure Quittung?“
(ZDF – „Maybrit Illner“, 22. März 2012)
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Große („teure“) Zukunft, schwaches Versprechen
– und das SINNleben als Energiequelle
Donnerstag, 22. März 2012
Gibt es so etwas wie „SINNleben“ im Staat: im Selbstverständnis und im Handeln der Staatsbürger, in den Entscheidungsoptionen sowie im faktischen Agieren der Staatsorgane?
Die hier vertretene Überzeugung lautet: Ja, so etwas gibt es.
Die Frage ist nur: Wo ist dieses „SINNleben im Staat“ zu suchen (um es wirklich finden zu können)?
Und noch zuvor: Was ist das überhaupt – worin besteht es?
„Suche nach etwas Bestimmtem nicht dort, wo es nicht zu finden ist!“
Das meint: In der Suche nach etwas muss dessen Aufenthaltsort zu den Suchgegenständen wesenhaft mit gehören.
Einiges lässt sich bei der Gegebenheit genannt SINNleben von vorneherein ausschließen (weil es der Natur und dem Wesen dieser Gegebenheit widerspricht). Dazu gehört beispielsweise der sofortige Blick auf die „Quittung“.
Den Sinn kann man mit keinem Geldbetrag erwerben. Wenn er trotzdem als „uns teuer“ zu charakterisieren ist – dann meint das etwas ganz Anderes als die Geld-Quantität.
Gibt es aber auch Geld-Qualität?
Ja, und zwar dort, wo das Geld für Sinnstiftung und Sinngestaltung (Gestaltung etwa der öffentlichen Einrichtungen nach dem an sich und von sich aus Sinnhaften) verwendet wird.
Die „große“, uns Menschen „teure“ Zukunft schaut nicht gleich auf die Quittung.
Die „kleine“, „menschlich-billige“ Zukunft erlebt Schauder wegen der (möglichen) Konsumbeschneidung in der Gegenwart.
Freitag, 23. März 2012
„Billiges“ Versprechen ist „schwach“. Wenn aber das Versprochene ein Sinnhaftes darstellt, entwickelt es im Laufe seiner Realisierung die eigene Kräftigkeit – von selbst, aus seiner Selbstheit heraus, von seinem Wesen her.
Das SINNleben stellt – unter anderem – eine Energiequelle dar.
Diese Quelle ist im Inneren des einzelnen Menschen angesiedelt. Sie kann freigelegt werden. Sie ist:
_ un-abhängig (weil nicht kommerzialisierbar),
_ un-erschöpflich (weil jeden Tag vom Einzelnen selbst erneuerbar),
_ un-begrenzt steigerbar (weil sie mit der ständig sich vermenschlichenden Gesellschaft einhergeht),
_ un-entgeltlich (weil der Sinn „umsonst“ geschieht und jedem Einzelnen mehr als „Lohn“ gilt).
À propos … (15):
„Gauck for President – fast alle für einen, einer für alle?“
(ZDF – „Maybrit Illner“, 15. März 2012)
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1.
Die Selbstidentifikation eines Einen
durch
das Für-alle
Donnerstag, 15. März 2012
Wie kann überhaupt ein Einer auf die Art Für-alle sein und so agieren?
Die These: Indem er sich „mit“ sich-selbst „durch“ WIR!-alle-selbst selbstidentifiziert.
Dadurch werden WIR!-alle zum Mit-Inhalt dessen, „was“ er im Wesen vom Selbst seines eigenen Ich-selbst darstellt.
Der Ausdruck „WIR!-alle-selbst“ bezeichnet hier Uns-alle-Menschen, und zwar in der Hinsicht unserer personhaften Natur.
Als Personen gehören wir zur Selbstkonstitution des Sinnes-selbst (als eine der Dimensionen dieses Geschehens) wesenhaft mit.
Ein sich derart selbstidentifizierendes Staatsoberhaupt ist dann operativ-funktionell hauptsächlich für den gegebenen Staat zuständig. Aber prinzipiell betrachtet betrifft sein Für-alle alle Menschen als Menschen.
Das bedeutet für die Bürger dieses Staates: Sie werden von ihm in erster Linie als Menschen angesehen und behandelt – erst danach etwa als Deutsche.
Das bedeutet für die Bürger dieser Welt: Sie haben in ihm einen „natürlichen“ Für-Sprecher in allen Angelegenheiten. Diese Natürlichkeit er-gibt sich aus der Sinn-Natur seiner Selbstidentifikation (verstanden als eine der Sinnkategorien).
2.
Die Selbstidentifikation eines Einen
durch
das Alle-für-einen
Freitag, 16. März 2012
„Einer für alle – alle für einen.“ Dieser Spruch „beschwört“ die volle Einsatzbereitschaft in gefährlichen Situationen, wodurch das optimale Gelingen ihres Bestehens erzielt werden soll.
Unser Ausdruck „Alle-für-einen“ widerspricht dem nicht, meint jedoch etwas ziemlich Anderes.
Der sich durch das „WIR!-alle“-selbst selbstidentifizierende Eine macht im Selbst seines Ich-selbst die Erfahrung, dass „alle“ dort Angetroffenen auch „für ihn“ sind.
War er vorher für die Menschen ein „Für-Sprecher“, so werden diese Menschen – in der zweiten Phase solcher Selbstidentifikation – „Zu-ihm“-Sprecher.
Dass es diese Personen gibt, das ist für ihn jetzt persönlich-privat von un-ermesslicher Bedeutung. Er spürt in seinem Selbst, „wie das bedeutet!“. Das stellt so etwas wie ein Mehr-als-Glück dar.
Der Sinn-selbst sagt sich ihm in einer direkten Erfahrung einer seiner Dimensionen genannt „Personen“ – die nun sein eigenes Selbst mit konstituieren.
Was be-sagt es, die Personen gehören-zu solchem Einen? Er bleibt doch, was er vorher war: „ein Einzelner“ – oder etwa nicht?
Selbst-verständlich. Jetzt steht er aber mit allen Menschen in einer personhaften, persönlich-privaten Beziehung.
In diesem Sinne sind: alle für ihn, einen Einen.
3.
Die „Alle-Personen“-Beziehung
Samstag, 17. März 2012
Die These: Ein Einzelner, der sich durch „WIR!-alle“-selbst mit sich-selbst selbstidentifiziert, steht zu allen Personen in einer persönlich-privaten Beziehung.
Der Ausdruck „Beziehung“ bezeichnet hier eine spezifische Gestalt dessen, wie die Gegebenheit „alle Personen“ die Gegebenheit „Was“-ich-bin wesenhaft mit konstituiert.
Wie ist eine solche Beziehung zu denken und zu beschreiben?
Zählen wir die thematischen Bezugspunkte auf, die sich als erste anbieten:
(1) eigene Selbstbeziehung
(2) Beziehungen mit den privat-bekannten Personen
(3) Beziehungen zu den „Menschen auf der Straße“
(4) Gruppen-Beziehungen (z.B. die Staatsangehörigkeit)
(5) „Person-Wesen“-Beziehung
Der Titel „Alle-Personen“-Beziehung bezieht sich offensichtlich an erster Stelle auf den Punkt (5).
Ich weiß aus Erfahrung, durch Nachdenken und durch Lernen, was das Person-sein in seinem Wesen bedeutet. Zu dem mir so Bekannten sowie zu dem Wesen dieses Wissens gehört mit konstitutiv diese spezifische Gestalt, sich auf etwas zu beziehen, die „personhafte Beziehung“ genannt wird.
Vom Wesen der Sache her und von der Wesens-Erkenntnis her er-gibt es sich mir:
Als einzelne Person befinde ich mich zu den anderen einzelnen Personen und zu deren Gesamtheit schon „in einer Beziehung“, noch bevor sie mir persönlich-privat begegnen.
4.
Personhafte Beziehung
Montag, 19. März 2012
Was heißt das: „personhafte Beziehung“ oder „Von-Person-zu-Person“-Beziehung?
_ Eine konkrete Person kommt von außen auf mich zu und sinn-sagt-sich mir.
_ Alle Personen kommen von außen auf mich zu und sinn-sagen-sich mir.
_ Ich selbst als Person komme auf mich zu und sinn-sage-mich mir.
Auf der anderen Seite dieses Ereignisses geschieht: ich lasse mich davon an-sprechen und erwidere den auf mich so zukommenden Personen ent-sprechend.
Was findet hier statt – wie sieht diese ganze Situations-Gegebenheit aus?
Die auf mich zukommenden Personen sind für mich in einem solchen Moment „Zu-mir“-Sprecher.
Was sagen sie dann zu mir?
Sie sagen „DU!“ zu mir. Dessen Inhalt be-sagt:
_ Wir können uns überhaupt sinn-sagen, weil wir auf „dich“ treffen.
_ Das ver-ur-sacht bei mir eine Metamorphose – aus einem „Wer“(-ich-bin) wird ein „DU!“.
Danach sage ich selbst „DU!“ zu mir. Dessen Inhalt be-sagt:
Ich sage „DU!“ zu mir – und lasse mich vom Sinn-Sichsagen der von außen auf mich zukommenden Personen zu ihrer Da-draußität hinaustragen.
Das „Ich-selbst“ der „zu-mir“-sprechenden Person kommt bei mir als mein „Ich-selbst“ an – das diese Beziehung stiftende Sagen heißt „DU!“-Sinn-Sichsagen.
5.
Die Ent-subjektivierung der Selbstbeziehung
Dienstag, 20. März 2012
Weiter oben haben wir zur allgemeinen Charakterisierung der personhaften Beziehung bezüglich der Selbstbeziehung gesagt: „Ich selbst als Person komme auf mich zu und sinn-sage-mich mir.“
Kurz danach sagten wir: „Ich sage „DU!“ zu mir – und lasse mich vom Sinn-Sichsagen der von außen auf mich zukommenden Personen zu ihrer Da-draußität hinaustragen.“
Jetzt komme ich nochmal auf mich zu und sinn-sage-mich mir – diesmal aber aus der Da-draußität der „zu-mir“-sprechenden Personen.
Was geschieht damit in meiner Selbstbeziehung?
Mein Ich-selbst spricht sich hier im „DU!“-Sinn-Sichsagen an – und zwar als „einer von UNS!-da-draußen“.
So wird meine, bereits bestehende, Selbstbeziehung ver-da-draußiviert.
Meint die Ver-da-draußivierung eine Gestalt von Ent-subjektivierung – oder meinen die beiden Gegebenheiten ein und dasselbe Phänomen?
Im letzten Fall würde die Ver-da-draußivierung wahrscheinlich das Wesen, oder sogar die Natur, vom Sich-voll-ziehen der Ent-subjektivierung darstellen.
À propos … (14):
„Versagt, doch gut versorgt? – Wulffs Abschied
mit Pauken und Moneten“
(ZDF – „Maybrit Illner“, 8. März 2012)
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Die Funktion des Staatspräsidenten
in der Selbstidentifikation eines Staatsbürgers
Freitag, 9. März 2012
„Wer und was bin ich überhaupt?“ Solche Frage stellt sich jeder, der das eigene Selbst in seinem Wesen verstehen will.
„Wer und was bin ich als deutscher Bürger?“ Diese Frage stellt sich derjenige, der das eigene Selbst in seiner Eigenschaft, ein Bürger dieses Staates zu sein, verstehen will.
Was besagt hier „Verstehen“? Bestimmt wesentlich mehr als eine unbeteiligte Kenntnisnahme einer „neutralen“ Eigenschaft.
Es besagt vielmehr ein konstitutiv-gestaltendes Hineinnehmen eines sinnstiftenden Elements ins Innere des eigenen Selbst – durch welches das betroffene Ich-selbst sich mit selbstidentifizieren kann.
Worin liegt das Entscheidende am Wesen eines „Staates“?
Die These: Im Sinnstiften.
Alle sonstigen Charakteristika seines Wesens er-geben sich daraus von selbst.
Das Sinnstiften als solches lässt sich gezielt an-stiften. Und darin würde – SINNphilosophisch gesprochen – die leitende Funktion der Staatspräsidentschaft bestehen.
Eine ihrer wesentlichen Formen würde dann heißen: Das Amt so auszuüben, dass die Bürger das „An-stiften“-zum-Sinnstiften im Staate an ihrem Präsidenten direkt ablesen können – um danach sich durch diesen Staat mit sich selbst zu identifizieren.
À propos … (13):
„Dauerauftrag für Athen – wann verliert Deutschland die Geduld?“
(ZDF – „Maybrit Illner“, 1. März 2012)
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1. Die Geduld des sinnhaften Handelns
Donnerstag, 1. März 2012
Griechenland schafft es bis jetzt nicht, seine finanziellen Probleme zu beheben. Trotz erheblicher Hilfe der anderen Staaten. Was tun?
Wie auch immer: Weiter helfen! Der „Dauerauftrag für Athen“ stellt nämlich nicht nur Milliarden-Beiträge dar. Er zeigt an sich auch den Charakterzug von „sinnhaftem“ Handeln.
Und ein solches Handeln verliert niemals die Geduld.
„Wie viel das kostet – wie viel das bringt?“ So klingt die leitende Sorge von Ökonomen. Bei ihnen kommt es relativ leicht dazu, die Geduld zu verlieren.
Will Deutschland sich gegenüber Griechenland in erster Linie wie ein Ökonom benehmen? Falls ja, dann lässt sich die Rücknahme des Auftrags für Athen voraussehen – in näherer Zukunft schon.
Wie wäre es eben mit dem „sinnhaften Handeln“?
Warum das? Weil der Mensch dadurch im „Sinn-Geschehen“-selbst lebt. Was ihm das „bringt“ und was er dabei „hat“, ist von keinem „Gewinn“ oder „Profit“ zu überbieten.
2. Die Wirtschaft im sinnhaften Handeln
Montag, 5. März 2012
Wir leben in Deutschland in der Wirtschaftsordnung genannt „soziale Marktwirtschaft“.
Die so bezeichneten zwei Faktoren stehen in einer Relation des Ungleichgewichts. Für das reale Funktionieren dieses „Systems“ ist nämlich der Faktor Markt ausschlaggebend. Das Soziale spielt hier die Rolle eines Zusatzes und einer existenziellen Abfederung.
Wie weit ist diese soziale Marktwirtschaft auch ein „sinnhaftes Handeln“? Wie wäre das Verhältnis zwischen ihr und der – erst zu entwerfenden – „Wirtschaft im sinnhaften Handeln“ zu charakterisieren?
Gehen wir von der folgenden Idee aus:
Aus der Praxis der schlechthinnigen Bejahung des schlechthin zu Bejahenden innerhalb des je eigenen SINNlebens
_ sich den existenziellen Erfordernissen von aktuell lebenden Personen zuwenden
_ und so das prinzipielle Sinn-Geschehen in dessen „WIR!“-Aspekt konkret-faktisch real werden lassen.
Wir hätten damit eine Welt- und eine Wirtschaftsordnung, die prinzipiell nach der Sinn-Gegebenheit „Person“ ausgerichtet wäre.
Dem Faktor „Markt“ bliebe dann lediglich eine organisatorisch-technische Funktion übrig.
Das Element des „Sozialen“ würde eine Erhöhung erfahren – das Element „Gewinn-und-Profit“ zum Verschwinden gebracht.
In einer Marktwirtschaft ist der Markt, und nicht die Person (als eine Sinndimension betrachtet), das wirklich Agierende. Er agiert un-personhaft und un-persönlich. Insofern wider-sprechen seine Dynamik und seine Logik dem Sinn-Geschehen.
Insofern trägt die Gegebenheit Marktwirtschaft Züge der Grund-Gegebenheit des Absurden in der menschlichen Existenz.
Ein Beispiel: Ein wirtschaftlich hyper-effizienter Firmenchef kann aktuell das Tausendfache von einem seiner Mitarbeiter verdienen – obwohl beide „nur Personen“ sind.
À propos … (12):
„Merkels Super-Gauck: Gut fürs Volk, schlecht für die Regierung?“
(ZDF – „Maybrit Illner“, 23. Februar 2012)
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Die diskret-gestaltende Kraft
des „menschlichen“ Handelns
Freitag, 24. Februar 2012
Nicht jedes Handeln „des Menschen“ (hominis) ist auch „menschlich“ (humanum).
Die Menschlichkeit des Menschen (seine Humanität) gibt es zwar als Überzeugung, Einstellung, Haltung; im eminenten Sinne aber gibt es sie auf die Art und Weise, dass sie von ihm im entsprechenden Handeln „getan“ wird.
Solches Handeln ist „gestaltend“.
Solches Gestalten ist „diskret“.
Die diskret-gestaltende Kraft heißt „Sinn-Sichsagen“.
Von der „politisch“ gestaltenden Kraft unterscheidet sich die Kraft des Sinn-Sichsagens darin, dass hier keine „Interessen“ vertreten werden.
In einem politischen Handeln muss sich ein Mensch gegen andere Menschen „durchsetzen“. Dazu braucht er „Macht“. Diese organisiert sich in Parteien, Interessenvertretungen, Aktionsgruppen …
Das politische Handeln weist von Natur aus zwei gegensätzliche, gleichzeitig auftretende, Tendenzen auf: sowohl ein Dafür wie auch ein Dagegen.
Damit spiegelt sich unser (aktuell bestehender) „Menschen-Status“ wider: Wir handeln in einer Hinsicht für die Anderen, in einer anderen Hinsicht gegen sie.
So sieht unser aktueller „Status“ aus – nicht jedoch unsere „Natur“.
Zum genuin Eigenen der Natur des Menschen gehört mit wesentlich seine Menschlichkeit.
Zum genuin Eigenen der Menschlichkeit des Menschen gehört mit wesentlich, dass er zu ihr (die Voll-Menschlichkeit als Fluchtpunkt anvisiert) sich unterwegs be-findet.
Ein „Homo“ findet sein eigenes Selbst nur im Anstreben seiner „Humanitas“ voll wieder.
Worin besteht das genuin Eigene vom Handeln eines deutschen Präsidenten – nicht eines faktischen, sondern als einer Institution?
Ist das Handeln, welches von ihm erwartet wird, ein „politisches“ oder vielmehr ein „Sinn-Sichsagen“-geschehenlassendes Handeln?
Schließt das Eine das Andere etwa aus?
So scheint es – und zwar im Sinne von Prioritätensetzung. Man kann nicht Interessen und Interessen-losigkeit gleichzeitig vertreten.
Aber dann doch: Die notwendige (weil von unserem aktuellen Menschenstatus erzwungene) Interessen-Auseinandersetzung kann in der Perspektive „Gang zur Voll-Menschlichkeit“ – kraftvoll und diskret – gestaltet werden.
À propos … (11):
„Angst vorm Vergessen – wie leben mit Alzheimer?“
(ZDF – „Maybrit Illner“, 9. Februar 2012)
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Alzheimer: der Angst und der Entrüstung
mit SINNleben begegnen
Donnerstag, 9. Februar 2012
Ich stelle mir die Situation vor, man würde bei mir die Krankheit diagnostizieren: Momentan bin ich noch in jeder Hinsicht fit – mir aber voll bewusst, was bald auf mich zukommt.
Wird die Tragkraft meines täglich praktizierten SINNlebens ausreichen, um der Angst und der Entrüstung zu begegnen? Und wie lange? Kann jetzt, heute, dieses SINNleben selbst sich überhaupt noch halten?
À propos … (10):
„Milliardengrab Griechenland – Rettung unmöglich?“
(ZDF – „Maybrit Illner“, 2. Februar 2012)
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Europäische Herausforderung Griechenland
Donnerstag, 2.Februar 2012
[Ein Bild:] Auf einem Hügel sieht man ein Grab. An der Grabtafel die Anschrift: „Milliardenzeit“.
Ähnlich wie „Steinzeit“.
Das Bild verweist sicherlich auf sehr entfernte Zukunft. Heute ist bei den Problemen wie dieses der Lösungsansatz „Milliarden“ noch in bester Form.
Die Lage Griechenlands ist äußerst kritisch geworden. Bringen jetzt die Milliarden die Rettung?
Gibt es eine Alternative? Wie wäre es mit dem Ansatz Mit-Menschlichkeit?
Ist das in unserem Zeitalter überhaupt möglich? Aber: Wir sind alle Menschen – keine „Milliarden-Wesen“!
„Darüber zu philosophieren, macht kaum Schwierigkeiten. Wo ist jedoch das nötige Praktisch-Pragmatische?“
Dieses muss man allerdings erst suchen. Und vielleicht muss man sich ein bisschen verändern. Mit-menschlich sind wir schon. Ob dies aber ausreicht, um der aktuellen europäischen Herausforderung Griechenland erfolgreich zu begegnen?
À propos … (9):
67. Jahrestag der Befreiung von Ausschwitz
(ZDF – „heute-journal“, 27. Januar 2012)
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Siebenundsechzig Jahre nach Ausschwitz
– und „unterwegs zur Voll-Menschlichkeit“
Samstag, 28. Januar 2012
Der Deutsche Bundestag: der 92-jährige Marcel Reich-Ranicki erzählt, wie es war. Im Plenarsaal absolute Stille. Man spürt fast physisch das Sichsagen jener Zeit im Warschauer Getto.
Jene Zeit war un-menschlich. Der Mensch handelte un-menschlich.
Heute gedenken die Menschen jener Tage und jener Un-Menschlichkeit. Damit drückt sich eine intensive Menschlichkeit aus.
À propos … (8):
„Die verwulffte Republik – wie nah dürfen sich Wirtschaft und Politik kommen?
(ZDF – „Maybrit Illner“, 26. Januar 2012)
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Wo ist hier der Sinn – in der Wirtschaft, in der Politik?
Donnerstag, 26. Januar 2012
In der Tat: Wie nah dürfen sie sich kommen?
Zusätzlich: Was besagt das hier beigelegte Wort „dürfen“ – und worum geht es dabei „letzten Endes“?
Hinter dem Titel der Sendung steht offensichtlich die verhaltens-normative Maxime: In einer Republik darf sich die Politik nicht von den Geld-Mogulen aus der Wirtschaft kaufen lassen!
Wie wahr!
Warum „darf“ sie das nicht?
Wo es möglich und „rentabel“ ist, wird in der aktuellen Wirklichkeit die Politik von den Großen der Wirtschaft oft gekauft. Was man darf und nicht darf – das ist dann den Handelnden mehr oder weniger egal.
Warum ist die Frage nach dem Dürfen-und-nicht-dürfen dabei so macht-los?
Vielleicht deshalb, weil der „moralischen Frage“ noch eine andere Frage zugrundeliegt und sie so in ihrer „Mächtigkeit“ bedingt:
Warum soll ich überhaupt moralisch eingestellt sein – warum soll ich moralisch handeln?
Freitag, 27. Januar 2012
Diese Frage ist nicht von moralischer beziehungsweise ethischer Natur. Sie ist eine konkretisierte Gestalt der prinzipiellen Sinnfrage. Eine der Hauptformulierungen derselben lautet:
Was ist der Sinn als Sinn, worin besteht dessen Wesen – und wie geschieht der Sinn im Menschen?
Diese prinzipielle Sinnfrage lässt sich auch bezüglich Politik und Wirtschaft konkretisieren.
Durch das Vorgehen der Konkretisierung wird aus der Rede vom „Sinn als Sinn“ die Rede vom „Sinnhaften“ (die Haupt-Sinnkategorie).
An der Stelle des Ausdrucks „der Sinn im Menschen“ verwenden wir die Bezeichnung „Menschlichkeit“.
Wir bekommen dann die Fragen:
_ Worin besteht das Sinnhafte in der Wirtschaft und in der Politik – und wie real-isiert sich hier die Menschlichkeit des Menschen?
_ Worin besteht das Sinnhafte der Nähe von Wirtschaft und Politik – und wie real-isiert sich hier die Menschlichkeit des Menschen?
Die Situation ist hier fiktiv – sind auch fiktiv die von ihr hervorgerufenen Fragen?
Das kann man nicht genau wissen. Einer Fiktion fehlt nämlich der sinnkategoriale Ernst.
„Real“ ist hier aber die Möglichkeit, dass mich irgendwann diese Krankheit erreicht. Diese Realität weist allerdings den vollen Ernst auf. Auf sie bezogen erweisen sich ebenso als real die oben formulierten Fragen.
À propos … (7):
„Wulff, Euro, FDP – wie lange kann die Kanzlerin einfach weiter so regieren?“
(ZDF – „Maybrit Illner“, 19. Januar 2012)
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Die gestaltende Kraft des politischen Handelns
Mittwoch, 18. Januar 2012
Nicht jedes Handeln in der Politik ist wahrhaftig „politisch“. Die Machterhaltungs-Spiele beispielsweise verdienen diese Qualifikation nicht.
Kommt es aber zu einer echten politischen Handlung, dann baut sich dabei eine potente Gestaltungskraft auf.
Die Affäre Wulff, die Eurokrise, der aktuelle Zustand der FDP – alle drei bieten sich als gute Gelegenheiten an, das Phänomen derartiger Gestaltungskraft (beziehungsweise das Fehlen einer solcher) zu thematisieren.
Donnerstag, 19. Januar 2012
Bis zu welchem Grad diese Kraft sich ausbaut und welche Dimensionen das effektive Gestalten annimmt, hängt von mehreren Faktoren ab. Einer davon besteht in den Dimensionen und in der Größe der situationell sich stellenden Aufgaben.
Die Situation Eurokrise – was sind die entscheidenden Dimensionen sowie die wahre Größe der sich hier stellenden Aufgaben?
Eine allgemein formulierte These: Letzten Endes geht es hier um die Schaffung von (äußerlich-politischen) Bedingungen wie auch um den ausdrücklich gegebenen Anstoß des (im Inneren der konkreten Menschen stattfindenden) Aufbruchs zur Voll-Menschlichkeit.
Denn letzten Endes ist dies das Entscheidende am Wesentlichen des genuin Eigenen von Europa: die Menschlichkeit. Zu ihrer Voll-Gestalt sind wir aber prinzipiell (und werden es wohl immer sein) unterwegs.
In der Beweglichkeit vom Unterwegs-zur-Voll-Menschlichkeit er-gibt-sich auch der Voll-Ausgang aus der aktuellen europäischen Krise.
Dienstag, 24. Januar 2012
Der Gang zur Vollgestaltigkeit des „Menschlichen“ an aktuell-konkret-faktisch lebenden Menschen ist auf die gestaltende Kraft des politischen Handelns strukturell angewiesen.
Ohne Politik und Politiker kann es im Bereich der Aufgaben von solchem Ausmaß niemals wirklich vorwärts gehen. „Spenden“ und „Hilfen“ erledigen so etwas nicht. Ebenso wenig das private Engagement von Einzelpersonen oder Organisationen.
Verraten solche Gedanken nicht eine Unkenntnis der wirklichen Lage in der aktuellen Politik sowie der konkret-faktisch agierenden Politiker?
Oder aber: Zeigen damit diese Politik und diese Politiker nicht, wie weit sie noch von der „wahren“ Dimensionen des Politischen entfernt sind?
À propos … (6):
„Affäre Wulff: Vorhang zu und viele Fragen offen?“
(ZDF – „Maybrit Illner“, 12. Januar 2012)
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Die Würde des Amtes
und
die Würde des Amtsträgers
Donnerstag, 12. Januar 2012
Die Bezeichnung „Würde“ charakterisiert das Wesen der „Person“ – genauer: die Sinnhaftigkeit derselben.
So etwas wie „Amt“ bildet sich aus, indem eine Vielheit von Personen das gemeinsame Leben organisiert und dafür die „geltenden Richtlinien“ festlegt.
Die Richtlinien selbst werden dabei nach bestimmten „inhaltlichen Kriterien“ entschieden.
Eine davon heißt „Würde“ (genauer: Würde der Person des Menschen).
Der Amtsträger hat die Würde des Amtes in seiner Amtsausübung real-konkret-faktisch geschehen zu lassen – und so direkt sichtbar und fühlbar zu machen.
Freitag, 13. Januar 2012
Die „Würde eines Amtes“ ist in letzter Instanz die Würde der Menschen, die sich dieses Amt geschaffen haben.
Sie durch inkorrekte Amtsausübung zu verletzen, bedeutet letzten Endes: die betroffenen Menschen in deren Würde zu verletzen.
Das kann bewusst und vorsätzlich oder in Unbewusstheit, oder auch durch Ungeschicklichkeit passieren. Verletzt werden die davon betroffenen Menschen in jedem Fall.
Und die „Würde des Amtsträgers“? Sie besteht wesentlich in der Bestrebung, es zu solcher Verletzung der Bürger nicht kommen zu lassen.
Sie besteht nicht in der Tatsache selbst, dass derjenige dieses Amt bekleidet. Nicht der Amtstitel soll sich „würdevoll“ auswirken, sondern eine solche Haltung.
Dann gibt es beim Amtsträger ebenfalls die „persönliche Würde“. Diese ist wiederum von den Bürgern zu achten.
Tun die Bürger das nicht, dann wird die Würde des Amtes diesmal durch sie verletzt. Letzten Endes bedeutet dies, dass sie sich selber Verletzungen zufügen.
Schließlich gibt es beim Amtsträger noch die „persönlich-private Würde“, das heißt: die Selbstachtung.
Diese geht nur ihn selbst etwas an. Grundsätzlich ist sie auch von außen nicht angreifbar.
Handelt es sich in unserer Würde-Problematik um „Ethik“ beziehungsweise „Moral“?
Um viel mehr als das. Es handelt sich um eine phänomenale Gegebenheits-Schicht, wo die Ethik und die Moral überhaupt ent-stehen und gleichzeitig sich selbst durch die eigene Einsichtigkeit kritisch-rational begründen.
À propos … (5):
- „Ein Herz für Kinder“
(ZDF – 17. Dezember 2011)
- „Die Nacht der großen Herzen“
(Die Welt – 19. Dezember 2011)
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Gala, Herzen, Geld und Hunger-Tod:
unterwegs im Sinnwerden
Das war in jeder Hinsicht eine sehr gelungene Sendung: großes Gala, große Herzen, großes Geld. Wahrhaftig!
Das war eine tolle Unterhaltung, in beglückender Stimmung, menschlich zusammen zu sein, eine äußerst geschickt organisierte Spendenaktion. Gratulationen!
Doch, Kinder am Horn von Afrika – und anderswo – werden weiter sterben. Auch deshalb, weil die Hilfe bei weiten nicht ausreicht. Warum nicht?
Die These 1:
Weil dies keine voll-menschliche Zuwendung ist, sondern nur-eine-„Spende“ und nur-eine-„Hilfe“.
Eine voll-menschliche Zuwendung den zum Tode hungernden Menschen orientiert sich nicht an eigenem Portemonnaie, sondern daran, dass diese Menschen nicht sterben.
Was kann man da tun? Dazu:
Die These 2:
Je persönlich voll-menschlich werden – das heißt, je persönlich Sinn werden – das meint, im Inneren vom Selbst des eigenen Ich-selbst den Sinn-selbst geschehen lassen.
Erst solches Geschehen er-gibt – und zwar von-selbst – voll-menschliche Zuwendung. An so etwas wie „Spendenaktionen“ werden wir uns nur noch er-inneren.
À propos … (4+):
„Tschüss, Krisenjahr! Kriegt Europa noch die Kurve?“
(ZDF – „Maybrit Illner“, 15. Dezember 2011)
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Die innere Natur der europäischen Identität
Europa hat schon viele Kurven gekriegt – warum nicht auch die aktuelle?
Eine der ersten bestand in der Selbstkonstitution ihrer Natur. Völker und Stämme mussten zu Europäern erst werden. Sie hätten in diesem Werdungsprozess auch scheitern können.
Wir Europäer sind jetzt in unserem genuin eigenen Selbst anfänglich-grundsätzlich bereits konstituiert. Und der Europa-Werdung-Prozess läuft weiter. Aus was für einem Antrieb beziehungsweise aus welchen Antrieben?
Die Antriebe sind vielfältiger (äußerer) Natur: Geostrategie, Globalisierung, Einflussmöglichkeiten auf der Weltbühne, Wohlstand, Kulturaustausch, freie Wahl des Wohnortes, Genussmöglichkeiten, ….
An den Frieden in der EU denkt man dabei fast nicht mehr. Soweit sind wir schon: Er ist uns selbstverständlich geworden.
Neben dieser Vielfältigkeit von Antrieben der Europa-Werdung gibt es auch das: die innere Natur des europäischen Wesens. Worin besteht sie?
Hier eine These: in der personhaften Beziehungshaftigkeit – innerhalb des Selbst-Bezuges eines Menschen, zwischen einzelnen Personen, zwischen Nationen und Staaten.
(1) Die Selbst-Beziehung eines Ich-selbst als Ort seiner europäischen Identität.
Wer kann mir sagen, was es heißt, dass ich Europäer bin? Wo ist die Antwort auf die Frage nach der Bedeutung meiner „Europäerität“ überhaupt zu suchen und zu klären?
Nicht etwa im Vergleich mit den anderen Kontinenten oder Weltteilen. Solche vergleichende Betrachtung wäre empirisch und müsste durchgeführt werden nach beliebigen Gesichtspunkten. Sie hätte keine Aussicht auf eine Wesensbestimmung.
Ganz am Anfang ist die Selbst-Begegnung eines konkreten Ich-selbst.
Aus dem Ereignis der Selbst-Begegnung er-gibt sich das Er-Eignis des Selbst-Verstehens.
Das Selbst-Verstehen beginnt mit der Frage: „Wer“ und „Was“ bin ich – Ich-als-Ich, im genuin Eigenen meines Ich-selbst?
Der Prozess des (gelungenen) Selbst-Verstehens mündet in die Selbst-Beziehung. Innerhalb dieser „bin“ ich bei-und-mit Mir-selbst. Deshalb „weiß“ ich ebenfalls, wer-und-was ich bin.
So „bin“ ich – unter anderem – ein Europäer. Und ich „weiß“, was dies bedeutet.
Europa, das sind die aus ihrer Selbst-Beziehung heraus lebenden konkreten Menschen – zu welcher Beziehung das sach-inhaltliche Was genannt Europa konstitutiv-wesenhaft mitgehört.
Was besagt nun dieses sach-inhaltliche Was-ich-bin von mir als einem „Europäer“?
…
Auf die Gerade 2012!
À propos … (4):
- „Endspiel um Europa („Die Welt“ - 8. Dezember 2011)
- „Merkel, Macht und Märkte – Deutschland bald auf Ramschniveau?“ (ZDF – „Maybrit Illner“ - 8. Dezember 2011)
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Der sinnhafte Einsatz im „Spiel“ um den Euro
„Wird der Euro bestehen oder nicht?“ Was erfragt diese Frage – eigentlich und letzten Endes? Was steht hier auf dem Spiel?
Eine spontane Antwort: das Sinnhafte an der Europäischen Union.
„Sinnhaft“ besagt radikal mehr als „sinnvoll“. Das Sinnhafte meint, dass eine konkret-faktische Gegebenheit an sich sach-inhaltlich etwas vom (prinzipiell verstandenen) Sinn-als-Sinn aufweist.
Worin würde also das Sinnhafte an unserer EU bestehen?
(1) Die inter-nationale europäische Identität
Europa bildet sich aus unseren „Nationen“ heraus. Es ist aber nicht seine Mission, selber eine Nation beziehungsweise eine Art Über-Nation zu werden. Sondern?
Es ent-steht ein originelles Gebilde. Dieses als „Föderation“ zu bezeichnen, wäre zu wenig und auch zu äußerlich. Das ist nämlich nur eine „politische“ Qualifikation. Wie wäre aber die innere Natur von Europa zu charakterisieren?
À propos … (3):
"Genial, egal oder gefährlich – braucht Deutschland Guttenberg?"
(ZDF - "Maybrit Illner", 1. Dezember 2011)
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Unwiderstehlicher Reiz der politischen Macht
Ob das Land sie braucht oder nicht – sie drängen sich vor. Die Macht reizt.
Was ist da eigentlich so reizvoll? Beziehungsweise: Worin besteht das Wesen des Reizes bei politischer Macht und Machtausübung?
Wir leben in einer „Polis“ gemeinsam. Der „Politikus“ ist ein Mensch der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft.
Wir be-stellen ihn dafür, dass er um unser Zusammen-leben sich-sorgt-und-kümmert. Tut er das nicht, oder tut er es schlecht, oder er-gibt sein Tun keine guten Resultate – be-stellen wir ihn ab.
So zeichnet sich die Lage, von uns aus gesehen.
Wie wird aber diese Lage vom Politiker selber gesehen?
Danach gefragt, wird er sicherlich das Gleiche sagen. Er wird auch darauf bestehen, zusätzlich zu erklären, wo seine Sorge und seine Bekümmerung um uns herkommen: aus Liebe zu uns Menschen.
Diesen seinen Job übe er aus in Verantwortung und in Demut. „Glücklich und dankbar“ dürften wir sein.
Aha: Es gibt noch „Spaß und Freude“ dabei. Solche Arbeit, solche Aufgabe seien ihm nämlich wie nach Maß geschnitten.
Und: der „Reiz der Macht“? Davon werden wir, in Bezug auf sich selbst persönlich, mit Sicherheit kein Wort hören.
Nicht etwa aus Scham. Diese Angelegenheit und diese Gegebenheit sind nicht kommunikabel.
Warum? Weil sie zu den früheren Angaben – Sorge und Bekümmerung um das Gemeinwohl – gar nicht passen.
Ihre Sendung ist:
- eine “Untersuchung“ (Richtung: „das Verstehen der Sache selbst“),
- ein Salon-Treff (Ihre persönliche Präsenz bestimmt die Gesprächs-Stimmung),
- ein Kunstwerk (eine hohe Kunst des TV-Gesprächs).
À propos … (2):
"Braune Arme Fraktion. Wie groß ist unser Versagen?"
(ZDF - "Maybrit Illner" , 24. November 2011)
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Die heilig-schöne Liebe zur Nation
und
der bedrohend-hässliche Trieb im Nationalen
„Es ist schön, ein Pole zu sein!“ – oder ein Deutscher, oder ein Franzose, … . „Und das ist mir heilig.“
So in etwa spricht sich die Liebe zu eigener Nation aus. Ihr folgen auch Taten, einschließlich des Einsatzes vom eigenen Leben.
À propos … (1):
„Burnout – Der erschöpfte Planet“
(ZDF-Themenwoche, 14.-17. November 2011)
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„WIR!“ versus „Die oder wir“
Auf dem Planeten Erde leben viele-viele Menschen zusammen. Auf welche Art und Weise – eher auf die Art „WIR!“ oder eher auf die Art „Die oder wir“?
Das zwischen diesen beiden Weisen des Zusammenlebens jeweils herrschende Verhältnis ist nicht fest, sondern „lebendig“ und stets in der offenen Entwicklung.
Die Sendung war ganz toll, Maybrit. Herzlichen Glückwünsch!
Worin liegt und worin besteht die Lebendigkeit dieses Verhältnisses?
Sie liegt nicht auf den beiden Seiten desselben, sondern nur auf der einen Seite.
a) Das Die-oder-wir
Die Art „Die-oder-wir“ des menschlichen Zusammenlebens trägt kein Lebenspotenzial in sich – und stirbt langsam ab. Denn sie zeigt an sich keinen von sich aus ein-sichtigen sowie kritisch-rational aufweisend-sich-ausweisenden „Zu-Bestehen“-Grund.
Brutaler Kampf um den eigenen Besitz, „Gewinn-Maximierung“-Gier, gnadenlose Machtausübung, zügellose Konkurrenz und Ausstechen-Haltung – all dies läuft noch, aber weniger aus eigener Kraft als vielmehr nach dem Trägheitsgesetz.
Diese Bewegung wird irgendwann nicht mehr da sein – weil kein Mensch Interesse an so etwas haben wird. Sie wird sich in Nichts ver-laufen.
b) Das WIR!
Die dem Die-oder-wir sich selbst-entgegensetzende „WIR!“-Art er-gibt-sich aus der SINNleben-artigen Ein-sicht in den menschlich-sinnhaft sich von sich aus aufweisenden und so sich rational-kritisch ausweisenden „Zu-Bestehen“-Grund.
Unser Zusammenleben ist kein uns ein für alle Male auferlegtes Schicksal. Die Zukunft unseres Planeten haben die auf ihm jeweils aktuell lebenden Menschen konkret-faktisch zu gestalten. Dieses Gestalten tritt auf als ein Zusammenwirken von mehreren Faktoren:
(1) die gestaltende Energie,
(2) die treibende Dynamik,
(3) die zündende Motorik,
(4) die verbleibende Lauffähigkeit,
(5) die Gestaltigkeit entwerfenden Sach-Inhalte,
(6) die rational-kritisch begründbare Umsetzungs-Methodik (nach der das Prinzipielle zur aktuell-konkret-faktischen Realität wird).
Alle diese Faktoren sowie ihr gemeinsames Zusammenwirken kommen in letzter Instanz vom Ur-Geschehen des Sichsagens des Sinnes-selbst als dem sich-gründend-begründenden Grund-überhaupt her.
Der Sinn – Sinn-als-Sinn, der Sinn-selbst, der Sinn-überhaupt, der Sinn-schlechthin – sich-sagt-sich
_ er sinn-sagt-sich dem „mir“ des jeweiligen Ich-selbst
_ zu diesem Mir gehört konstitutiv-wesenhaft das „wir“ von „uns allen Ich-selbsten“.
Der Ausdruck „WIR!“ meint eine – SINNphilosophisch so begriffene – Wesens-Seite vom sichsagenden Sinn-selbst.
Tadeusz Zenka