Der Werther-Effekt: School Shootings auf der Spur

Der Werther-Effekt: School Shootings auf der Spur

Untersuchung der medialen Berichterstattung über Amoktäter

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Author: Nadia Wattad
Length: 87 page(s)
Language: Deutsch
Written: Mar 2013
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Category: Sciences & Research » Humanities  |  Work: Thesis
Keywords: School Shooting, Amok, Amoklauf, Winnenden, Werther-Effekt, Suizid, Medienanalyse, Nachahmung, Täter

Eine Medienanalyse über School Shootings untersucht mögliche Nachahmungstaten.

Amok: Ein Wort das heute in vielen Zusammenhängen verwendet wird. Sei es von uns selbst in einer außerordentlichen Stresssituation mit dem Ausspruch „Ich laufe gleich Amok“ oder von den Medien, die mit seinem Einsatz bereits in der Überschrift die Aufmerksamkeit der Leser gewinnen möchten. Schließlich sind Themen, die den Begriff „Amok“ enthalten, immer von hohem Sensationsgehalt geprägt und lösen beim Rezipienten meist Betroffenheit und Nähe aus. Sein Einsatz zeigt jedoch auch, dass „Amok laufen“ zum alltäglichen Wortschatz der heutigen Zeit gehört.

Obwohl Amok in der medialen Berichterstattung durchaus auch in einem ernst zu nehmenden Kontext wie einem Amoklauf oder einer Amokfahrt auftaucht, fällt es manchmal schwer, ihn von einem Wortspiel zu unterscheiden. So setzte welt.de den Begriff innerhalb eines Artikels synonym für eine aggressiv aufgeladene Stimmung ein:„…Einzelne Gruppen laufen geradezu Amok, ….“ Die Boulevardzeitung Bild titelte sogar mit dem Begriff im Zusammenhang mit einem Fußballspiel: „Amok-Kahn. Er wütet wie noch nie, weil er Angst um seinen FC Bayern hat.“ Beide Textbeispiele geben den Anschein, dass der Begriff Amok sehr unscharf definiert wird. So fürchtet man noch lange keine Bluttat, falls jemand in der Öffentlichkeit den Ausspruch „Ich laufe gleich Amok“ verwendet.

Als jedoch beim Amoklauf von Winnenden die Lautsprecherdurchsage des Rektors „Frau Koma kommt“ ertönte, wussten Lehrer und Schüler sofort, dass sie einer ernsthaften Bedrohung ausgesetzt waren. „Koma“ ist Bestandteil eines Codes und bedeutet rückwärts gelesen Amok. Die Durchsage war Bestandteil des schuleigenen Notfallplans und ließ keinen Zweifel bestehen, dass sie es mit einer lebensbedrohlichen Situation zu tun hatten.
In Winnenden fand der bisher letzte schwere Amoklauf eines Schülers statt, der 15 Menschen das Leben kostete. Der 17-jährige Tim K. soll vor seiner Tat Internetrecherchen über Amoktaten an Schulen betrieben haben. So informierte er sich über die Taten an der Columbine High School und Erfurt, wie die Staatsanwaltschaft nach Auswertung seiner Internetaktivitäten feststellte. Kann damit den Medien eine Teilschuld an der Durchführung des Amoklaufs gegeben werden? Beeinflussen sie potentielle Täter oder geben sie ihnen sogar Tatmotive bzw. Handlungsanweisungen an die Hand?

So löst eine reale Amoktat immer eine verstärkte mediale Berichterstattung aus. Hier stellt sich die Frage, ob jener mediale Umgang Nachahmungstäter hervorbringen kann. Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit bildet daher die mediale Berichterstattung über Amoktaten Jugendlicher an Schulen, die in der Wissenschaft als „School Shootings“ bezeichnet werden. So könnte nach einer Berichterstattung über School Shootings, der sogenannte „Werther-Effekt“ eintreten, der angelehnt an Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ ein nachgewiesenes Phänomen bei der Berichterstattung über Suizide darstellt. Seitdem hat sich die Berichterstattung über Selbstmorde dahingehend geändert, dass die Medien darauf verzichten sollten, nähere Umstände zum Suizid zu publizieren. Dies soll den Effekt der Nachahmung vermeiden. Ob von der Berichterstattung über School Shootings eine ähnliche Gefahr ausgeht, bzw. ob jener mediale Umgang neue Täter hervorbringen kann, soll mit Hilfe einer Medienanalyse und einem Kriterienkatalog, dessen Beachtung Nachahmungstaten vermeiden soll, untersucht werden.


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About the Author

Nadia Wattad | Author on XinXii.com

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Nach Abschluss meines Studiums zur Diplom Online-Journalistin (FH) arbeite ich als freiberuflich tätige Journalistin. Ich befasse mich mit Fachtemen aus der Pferdebranche, dem Vending Management, der Schuh- und Lederwarenbranche, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Lifestyle-Themen.
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