Damian ist jung, attraktiv und erfolgreich. Er denkt, die Fäden seines Lebens fest in der Hand zu halten, wird aber schnell eines Besseren belehrt. Von einer Nacht zur anderen gerät er in ein Labyrinth aus verwirrenden Emotionen, Alpträumen, Hass, Rache und Tod. Nur eine Person kann ihm helfen, diesem Irrgarten zu entkommen. Joshua, der geheimnisvolle Nachtschatten, der ihm als dunkler, aber schützender Engel zur Seite steht. Jedoch – der Gefährte verwirrt und verletzt Damians Gefühle…
Wörter: 82.294, 200 S.
Vampir, Mystery, Fantasy, Romance, Dark Fantasy, Dark Romance
Leseprobe:
Damian schritt durch die dunkle Nebengasse. Dumpf klangen seine Schritte auf dem verwitterten Kopfsteinpflaster, Nebel wallte um seine Beine. Kalten Fingern gleich kroch die Feuchtigkeit unter seine schwarze Jeans und den engen, dunkelgrauen V-Ausschnittpullover. Das Leuchten der Straßenlaternen war spärlich und tauchte die Umgebung in ein diffuses, schweflig-gelbes Licht, welches aber nicht die schwarzen Schatten in den Winkeln und Nischen der dicht stehenden alten Häuser, die jene kleine Gasse begrenzten, zu vertreiben vermochte.
‚Eine Szenerie, wie aus einem Horrorfilm’, schoss es ihm durch den Kopf. ‚Gleich kommt eine Gummifledermaus vorbeigeflattert.’
Doch so spöttisch seine Gedanken auch sein mochten, sie konnten das Gefühl des Unheimlichen, Surrealen nicht vertreiben, das ihn befiel, kaum dass er Daniels Wohnung allein verlassen hatte.
Außer seinen Schritten war sonst kein Geräusch zu vernehmen, nur ein paar Ratten huschten auf der Suche nach Nahrung über die Müllsäcke, die sich neben einem grauen Container stapelten, doch schenkten sie seiner einsamen, schlanken Gestalt keinerlei Beachtung. Fröstelnd zog er sein Lederjackett enger um sich und wandte nervös den Kopf. Er kannte diesen Weg wie seine Westentasche, schon seit Jahren benutzte er diese Abkürzung, wenn er von seinem besten Freund Daniel, der kaum einen Steinwurf von seinem Haus entfernt wohnte, nach Hause ging. Nie hatte er auch nur ansatzweise ein mulmiges Gefühl gehabt, wenn er durch dieses feuchte, vermüllte Gässchen schritt. Aber heute war es anders.
Schon geraume Zeit hatte er das Gefühl verfolgt zu werden, doch an dem, was seine dunkelblauen Augen wahrnahmen, war nichts befremdliches, so setzte er zögernd seinen Heimweg fort, sich mühsam beherrschend nicht plötzlich los zu rennen.
„Benimm dich nicht wie ein paranoides Schulmädchen!“, ermahnte er sich und ging gezwungen langsam weiter ... doch war da nicht etwas? Schritte? Warum musste er auch ausgerechnet heute Machoallüren entwickeln und wider seines Instinkts diese Gasse benutzen? Erneut blickte er über seine Schulter zurück, aber er sah nur eine schwarzpelzige Ratte das Pflaster überqueren.
‚Du bildest dir nur etwas ein. Dich verfolgt kein Jack the Ripper’, sprach er im Geiste zu sich selbst.
„Nein, aber ich!“, kam die Antwort aus dem Dunkel.
Damian erstarrte. Es war eine seltsam sanfte Stimme, verlockend und erotisch. Damian beschloss zu flüchten, doch schon schlossen sich Arme um seine Schultern. Schlanke Arme. Der Griff war nicht schmerzhaft, aber von unterschwelliger Stärke. Eine zarte, blasse Hand legte sich auf seine Lippen.
‚Fuck!’, dachte er.
„Kein Schrei, wehre dich nicht dagegen“, flüsterte die Stimme sanft in sein Ohr, ihr Atem streifte seine Wange.
Ein seltsamer, dichter Nebel legte sich über seinen Verstand. Die Hand löste sich von seinen Lippen und glitt seinen Körper hinab bis zu seiner Taille. Die andere fuhr in sein dichtes, schulterlanges, schwarzes Haar. Warmer Atem streichelte seinen Hals. Damian seufzte leise auf. Ein Gefühl wonniger Schwäche begann ihn zu erfüllen. Seine Haut kribbelte und wurde seltsam empfindlich für jegliche Berührung. Er wandte sein Gesicht, um ihr Antlitz zu erblicken, sein Blick versank in zwei leuchtenden, smaragdgrünen, bannenden Augen. Er bemerkte, dass er sich in ihrem Griff herumdrehte um seine Arme ebenfalls um sie zu schlingen. Es war ein schlanker, fester Körper, den er
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