Gegenlicht: (Vorwort)
Réinventer l’amour
... Erich Meier erlebte seine dichterische Initialzündung in Südfrankreich. Das Bild der Grenze findet hier eine weitere Bedeutung; die eigene Sprache hat sich in einem freiwilligen Exil entzündet, im Überschreiten einer Grenze und in unmittelbarem Kontakt mit einer anderen Sprache. Eine Reihe von Dichtern, poètes maudits, bildet die imaginäre Nachbarschaft; in Marseille ist es insbesondere Arthur Rimbaud, dessen trunkenes Lebensschiff in der dortigen Charité zugrunde ging. Rutebeuf, Villon, Baudelaire, Verlaine, Aragon, eine „verdammte“ Literatur, die zu ihrer Zeit angetreten war, mit den Zwängen der bürgerlichen Kultur zu brechen. Hervorzuheben ist, dass Erich Meier diese Dichter in ihrer Landessprache kennen gelernt und aus dem Gefälle zur Muttersprache seine Inspirationen geschöpft hat. Als besonders wichtig hat sich des weiteren das Schaffen des anarchistischen Chansonniers Léo Ferré erwiesen, dessen liedhafter Ton den Rhythmus seiner eigenen Texte bestimmt. Dies verweist zugleich auf eine noch ältere Tradition, die der Trobadore.
... Das, was ist, darf nicht alles sein, etwas fehlt dabei. Das unmögliche Glück der Romantiker („Das Glück ist da, wo du nicht bist!“) soll aufgebrochen werden, eine promesse du bonheur diesseits und hiesig.
Zusammengenommen, kann man die vorliegende Sammlung als individuelle und persönliche Fragmente einer Sprache der Liebe nehmen. Sie erklären uns nicht, wie das Rätsel „Liebe“ zu lösen ist, was man von Gedichten auch nicht erwarten kann. Aber sie zeigen uns, dass wir sie täglich neu erfinden müssen. – „Était-ce donc ceci? – „Et le rêve fraîchit.“
Kai Thyret
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Wedding Poems
Agnes Maria Kurz
Love Poems From the Condition Called Gravity
John Rene Diaz