Weimar: Ort der klassischen Antimoderne?

Das Spannungsverhältnis der literarischen zur politischen Moderne

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Author: Florian Bayer
Length: 26 page(s)
Language: Deutsch
Written: Dec 2008
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Category: Sciences & Research » Humanities  |  Work: Term paper
Keywords: Weimarer Republik, Expressionismus, Neue Sachlichkeit, Literaturwissenschaft, Moderne, Nationalsozialismus, Universalismus, Literatur, Zeitgeschichte, 20. Jahrhundert, Demokratie, Gottfried Benn, Kurt Tucholsky, Ernst Toller, Kurt Hiller, Egon Kisch

Deutsche Literaturgeschichte 1918 - 1933

Die Situierung der Weimarer Republik in der kulturellen und literarischen Moderne befindet sich in den Geistes- und Kulturwissenschaften in einer paradoxen Lage. Einerseits wird der Begriff der „Moderne“ regelmäßig zur strukturellen Kennzeichnung einer bestimmten Epoche, in die auch die Weimarer Republik fällt, herangezogen, andererseits wird der Begriff dabei keiner genaueren Analyse unterzogen. Die in der Übersichtsliteratur dargestellten Spezifika einer vermeintlichen oder tatsächlichen Moderne dienen einerseits zur Charakterisierung der Mentalität dieser Zeit, divergieren aber andererseits oft in wesentlichen Punkten. Dabei reicht die Spannbreite von der Charakterisierung Weimars als Ort der klassischen Moderne bis hin zur Darstellung dieser als Sinnbild der tiefen Krise, in die die Moderne nach dem ersten Weltkrieg geriet. Diese Meinungen divergieren insbesondere von Fachrichtung zu Fachrichtung. Während die Literaturwissenschaft in der Weimarer Republik die Popularisierung moderner Ideen hervorhebt, sehen Soziologen aber auch Historiker Weimar oft als Ort an, in dem sich der Niedergang der Moderne bereits abzeichnet. Umso wichtiger erscheint es, die Problemlage Weimars als Ort oder Krise der Moderne interdisziplinär zu betrachten. Das Konfliktpotential des Begriffs der „Moderne“ zwischen sozialer, politischer, industrieller und kultureller Moderne ist für die Verortung der ersten deutschen Demokratie ebenso entscheidend wie das einzelnen modernen Strömungen immanente Spannungsverhältnis zu der damaligen Zeit.

Ziel dieser Arbeit ist es eines dieser Spannungsverhältnisse genauer zu untersuchen: Der Konflikt zwischen der politischen und kulturellen im Speziellen der literarischen Moderne. Daher wird die Arbeit mit der Reflexion des Moderne-Begriffs und der Herausarbeitung der Differenz zwischen politischer und ästhetisch-kultureller bzw. literarischer Moderne beginnen. Im Anschluss daran soll die Forschungslage zu Weimar als Ort oder Krise der klassischen Moderne untersucht werden. Am Beispiel zweier (in ihrem Selbstverständnis) moderner Literaturströmungen, die diese Zeit mitprägten, wird im Folgenden das besondere Spannungsverhältnis zwischen literarischer und politischer Moderne erörtert. Dabei fiel die Wahl auf den Expressionismus, da dieser mit seinen universalistischen Ideen für die literarische Moderne exemplarische Spezifika aufweist und in der sozialistischen und postmodernen Wissenschaft oft als „Sündenbock“ für die Verfehlungen der kulturellen Moderne herbeizitiert wird. Die zweite zu untersuchende literarische Strömung ist die „Neue Sachlichkeit“, die innerhalb der literarischen Moderne eine Sonderstellung einnimmt und oft als einzig wirklich homogene, dominante literarische Strömung der Weimarer Republik angesehen wird. Als Quellen dienen bei beiden literarischen Strömungen insbesondere die Programmatiken und Manifeste der Autoren, die sich bewusst zu diesen „Ismen“ bekannten. In ihnen finden sich sowohl ästhetische Merkmale der literarischen Gattungen, als auch Programmatiken und Postulate, die es ermöglichen, die literarischen Strömungen sozial- und ideengeschichtlich über die bloße Textanalyse hinaus zu klassifizieren. Anhand dieser Einordnung soll dargelegt werden, inwiefern die Literatur der Moderne politisch und sozial sowohl moderne als auch antimoderne Züge trägt. Was dies für eine generelle Beurteilung der kulturellen Moderne in ihrem Verhältnis zur politischen und sozialen Moderne und zur demokratischen und pluralistischen Weimarer Republik bedeutet, soll im letzten Kapitel anhand der Heterogenität der modernen Literaturlandschaft nach 1918 erörtert werden.


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Florian Bayer | Author on XinXii.com

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- Student der Germanistik, Philosophie und Neueren Geschichte an der Universität Potsdam: Zwischenprüfung mit 1,0
- Freier Autor mit Lesebühnenerfahrung
- Dramaturg und Schauspieler

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