Morgen Im November - Songzyklus mit 12 Liedern

Morgen Im November - Songzyklus mit 12 Liedern

Reinhören? www.youtube.com/watch?v=SI72xWwAQvE

noch nicht bewertet
Autor: Hans-Peter Dinesh Bauer
Umfang: 6 Seite(n)
Verfasst: Mai 2011
Verkaufsrang: - XinXii Verkaufsrang
Views: 3095

Kategorie: Belletristik » Songtexte  |  Publikationsart: Songtext
Stichworte: deutsche Texte, Indie-Lyrik, nostalgische Stimmung, Retro, 90er Jahre, Songtexte auf deutsch, neue deutsche Songs, Gedichte mit Gesang, Zwischentöne, Licht und Schatten, Schattenspiele, Ambivalenz, Ambiguität, Gott, Sinnsuche, Romantik

12 deutsche Lieder: Lyrik jenseits von Xavier Naidoo

Morgen im November – Erinnerungen aus einer fernen Zeit

„Denn dann macht das Sinn, wenn ich nur noch ich selber bin. Wie damals, damals in Berlin…“ An einem Winterabend im Jahr 95 klingelte das Telefon bei mir im Flur. Einige Wochen vorher hatte ich eine Annonce aufgegeben: Schreibe deutsche Texte, suche kongenialen Komponisten für gemeinsames Songprojekt zwischen Konstruktion und Konfusion. Aus dem Hörer drang eine etwas müde und verhalten klingende Stimme: Dominic Ghanbar hier. Tags darauf trafen wir uns „Chez Dominic“. Ein nahezu leeres, unmöbliertes Atelierappartement unterm Dach und über den Dächern Münchens. Eine Gitarre an der weißen Wand, ein Achtspurrekorder, ein Glastisch mit einer Flasche französischem Weißwein plus zwei verstaubte Gläser. Ich hatte einen Hefter voller Texte in der fleckigen Segeltuchtasche und ein paar wilde, unausgegorene Ideen im Kopf. Die Chemie stimmte und die Flasche leerte sich viel zu schnell. Einige Gläser und einige Akkorde später waren drei Songs auf Band –komplett arrangiert mit Text und Gesangslinie. Das lief - so musste es gehen.

Mit Titus waren wir bei der nächsten Songsession zu dritt: Gitarren aus dem Koffer, Kapodaster um den Hals gespannt. Flageolettflüsse ohne Anfang, harmonische Reihen abtastend, sphärische Klänge mit rauen, unpolierten Riffs mischend. Melodie und Poesie umschlangen und verwoben sich wie tanzende Gestalten. Improvisationen aus der Schattenwelt des Unterbewussten, den unergründlichen Mechanismen der Psyche, des Logos und des Eros auf der Spur. Musikmosaiken als Projektionsfläche illuminierter, imaginierter Wunschbilder, die mit der Macht des Rituals die Magie des Moments heraufbeschwören. Text um Text, Stück für Stück, Mosaik für Mosaikstein. Eine marmorierte Melange aus somnambuler Melancholie, phasenweise auftretenden Rhythmusstörrungen und lähmender Larmoyanz. Verschobene, verschrobene Barré-Griffe, um die Dominanz des Depressiven selbstironisch und humorvoll zu konterkarieren. Wunderlicherweise hat es funktioniert, denke ich heute. Damals in Berlin, Am anderen Ende der Nacht, Du siehst Sie nicht, Visionen von Johanna, Komm ins Licht, Für immer und ewig, Ich will noch Träumen… Songs, die sich nach all den Jahren wie hell glühende Sterne von einer dunklen Folie abheben.

Durch die Zeilen schimmern die Wasserzeichen einer elegischen, wehmütigen Grundstimmung. Glaube, Aufbegehren und Liebe standen an der Wiege dieser Lieder ebenso Pate wie die Träume an einem Morgen im November. Lieder und Schwingungen, die bislang noch nie auf Vinyl oder DVD rotierten und deren Umrisse sich wie schemenhafte Scherenschnitte aus einer verglimmenden Flamme schälen. Gefühle und Gedanken, die in einem Schattenkabinett zusammen gespielt haben. Und was ist die Message des Mediums? Hinhören, einfühlen, sich ausdenken. Oder um dem Philosophen Baruch Spinoza das kryptisch, apodiktische Schlusswort zu überlassen: „Ich habe mich nach Kräften bemüht, des Menschen Tun weder zu belachen, noch zu beweinen, noch zu verabscheuen, sondern zu begreifen.“

Dinesh Bauer

Reinhören? Ein Klick unter http://www.youtube.com/watch?v=SI72xWwAQvE


Für diesen Eintrag ist der Autor verantwortlich.

Über den Autor

Hans-Peter Dinesh Bauer | Autor auf XinXii.com

registriert seit: Mai 2011
Veröffentlichungen auf XinXii:  2
Mein Profil auf...
XINGFacebook
Ich bin im Tölzer Land aufgewachsen. Die bayerische Landschaft hat mich ebenso geprägt wie die Begegnung mit den alpenländischen Sagen und Legenden, die aus der Urkraft der Mythologie schöpfen.

Die uralte Kunst des Fabulierens und Erzählens, das Spiel der Varianten und Variationen zwischen wahrer Begebenheit und dichterischer Wahrheit inspirieren mich zu meinen literarischen Arbeiten. Ich habe an der Uni München Journalistik studiert und arbeite seit zwei Dekaden im Medienmetier. Um es frei nach Karl Valentin zu sagen: die Schriftstellerei ist schön, macht aber viel Arbeit!

Lesezeit in Bayern - Interview mit dem Autor auf youtube: http://www.youtube.com/user/Andimross#p/u/0/_AuqsVzjubQ

Diese eBooks könnten Dir auch gefallen:


Es liegen noch keine Bewertungen vor.

zurück
  $ 3.11
Preis inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort als Download verfügbar
Adobe Reader
Dateiformat:
Aus dem Dokument
Mehr von Hans-Peter Dinesh Bauer