Risiken des Islamischen Schulunterrichtes (IRU) in NRW

Anfrage an das Schulministerium NRW und die Kopftuchfrage

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Autor: Thomas Tartsch
Umfang: 15 Seite(n)
Verfasst: Mai 2013
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Kategorie: Wissenschaft & Forschung » Sozialwissenschaften  |  Publikationsart: Fallstudie
Stichworte: Islamischer Religionsunterricht in NRW, Schariah, Achlaq, Kopftuchdiskussion, Islam, Integration, Sozialwissenschaft, Politikwissenschaft

Problemlagen bezüglich des Islamischen Religionsunterrichtes (IRU) in NRW

Die her veröffentlichte offizielle und nicht beantwortete Anfrage von März 2012 an das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen verdeutlicht mögliche Risiken des dort eingeführten Islamischen Religionsunterrichtes (IRU) in der derzeitigen Form, wenn Islam nicht nur als Religion mit einer aufrichtigen Gotteserfahrung im Rahmen des bekenntnisorientierten IRU vermittelt wird.
Sondern Islam als eine die ganze Existenz überformende Handlungsanweisung propagiert wird, die den Anspruch erhebt, auch die sozialen Verhältnisse der Muslime zu ihren muslimischen und nichtmuslimischen Mitmenschen im Rahmen des rechtlich-sozialen Bereiches (al-muʿāmalāt) der Schariah auf Grundlage eines religiösen Begründungszusammenhanges zu regeln, womit die Sphäre der verfassungsrechtlich garantierten Religionsfreiheit verlassen wird, die auch für den Islam als reine Religion gilt.
Hierzu gehört der Bereich von Achlaq (islamische Moral und Sittlichkeit), was die Etablierung eines mittelalterlichen und im Westen als überwunden geltenden Geschlechterbildes und den Geschlechterumgang entlang der Achse rigider Geschlechtertrennung beinhaltet und sich seit Jahren in den Diskussionen um die Frage des Verhüllungsgebotes der Muslima ab der Pubertät und der Forderung nach getrennten Sport- und Sexualkundeunterricht an öffentlichen Schulen manifestiert, mit der schariahtische Grundsätze von Achlaq etabliert werden sollen.
Diese Diskussionen stellen sich als Lackmustest für die freiheitlich und wertepluralistisch verfasste säkularisierte Ordnung hinsichtlich des Willens zur Durchsetzung der Grund- und Menschenrechte der Art. 1-3 GG auch für muslimische Mädchen und Frauen dar, wenn man islamisch traditionell-orthodox eingestellten Gruppierungen zuviel Freiraum lässt, die die hier gültige Trennung von religiöser und weltlicher Sphäre überwinden wollen, um eine Nomokratie zu errichten, die auf Grundlage der gesamten Schariah errichtet werden soll, wobei man sich vom Glauben an die Schariah als starres und kodifiziertes Gesetzesbuch lösen muss, da diese Begrifflichkeit eine viel umfassendere Bedeutung besitzt, was in der Anfrage dargestellt wird.
Diese befasst sich mit als problematisch zu charakterisierenden Ausführungen des Schulbuches „Lernstraße Islam: 15 Stationen für den Unterricht in der Sekundarstufe 1“, die in den dargestellten Textstellen eine allgemeine Verhüllung der Muslima und eine Verweisung der Frau in den häuslichen Bereich propagieren, was bei einem nicht unter staatlicher Kontrolle stehenden IRU zu einer Entfremdung eines Teiles muslimischer Schülerinnen und Schüler von der hier geltenden Ordnung führen kann, die der Neutralität in weltanschaulich-religiösen Belangen verpflichtet ist.
Ebenso enthält die Anfrage eine Stellungnahme von mir zur Frage eines Kopftuchverbotes an Schulen und Kindertagesstätten aus dem Jahr 2011, die seitdem an Aktualität gewonnen hat.
Diese Stellungnahme verdeutlicht, warum es auf komplexe Fragestellungen keine einfachen Antworten geben kann, da die Frage der Verhüllung auch und gerade in der islamischen Welt seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert wird.


Für diesen Eintrag ist der Autor verantwortlich.

Über den Autor

Thomas Tartsch | Autor auf XinXii.com

registriert seit: Mai 2013
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Thomas Tartsch
Dr. rer. soc. und Dipl. Soz.-Wiss.
Freiberuflicher Publizist und Verleger, Dozent in der Erwachsenenbildung
Arbeitsgebiete:
Islamismus und Dschihadismus, Counterterrorism, Counterinsurgency Integration und identifikative Assimilation, Politikberatung
Interessenschwerpunkt:
Das klassische islamische Kriegs-, Fremden- und Völkerrecht (Siyar)

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