Zukunft: Exkursive Betrachtung der Familie in der Schweiz

Eidgenössische Familienmodelle im demografischen Zukunftsumfeld


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Pages: 11
Language: German
Publication date: 01/01/2005
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Die 'postfamiale' Familie in der Zukunftsschau des 21. Jahrhunderts
Michael Schröpfers vorliegende Arbeit möchte in dem ihr gegebenen Rahmen einige Tendenzen der modernen Familienentwicklung skizzieren und deren allgemeine Merkmale auf das konkrete Beispiel der Situation der Familie in der Schweiz beziehen. Dabei ist das Land im Kontext der Familienentwicklung der anderen vergleichbaren westeuropäischen Länder zu betrachten und auch in die folgenden allgemeinen Rahmenbedingungen einer zukünftigen Familiengestaltung einzuordnen.

Unser begonnenes 21. Jahrhundert ist von seinen sozioökonomischen Rahmenbedingungen her gesehen durch einen weltweiten Übergang von der traditionellen Industriegesellschaft zu einer globalen Dienstleistungsgesellschaft (Wissens – und Informationsgesellschaft) gekennzeichnet.

Der einst aus der durch eine hocheffiziente Massenproduktion gekennzeichnete erste und übergreifende Arbeitsmarkt der modernen Industrienationen verzeichnet einen dramatischen Nachfrageüberhang nach bezahlter Arbeit auf dem zu ihm geschaffenen Pendant des sog. zweiten Arbeitsmarktes.

Der Arbeits – bzw. Zeitdruck auf Millionen von Menschen in lohnabhängiger bzw. wirtschaftlich selbstständiger Beschäftigung nimmt zu. Die Auswirkungen dieser Rahmenbedingungen lassen die modernen Lebensformen der Menschen keineswegs unbeeinflusst. Elisabeth BECK – GERNSHEIM spricht von „einer neuen Unübersichtlichkeit der Familie“ und konstatiert: „Heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, ist die Situation…verworren…In Politik, Wissenschaft, Alltag ist oft nicht mehr klar, wer oder was zur Familie gehört. Die Grenzen werden unscharf, die Definitionen schwanken. Die Verunsicherung wächst.“

BECK – GERNSHEIM macht zudem einen signifikanten Wechselzusammenhang zwischen sich verändernden Familienstrukturen und dramatischen Umbrüchen auf dem Arbeitsmarkt aus, welche wiederum auf die Rahmenbedingungen des „Projekts Familie“ umschlagen: „…Mehr Instabilität, mehr Wechsel, mehr Übergänge und Zwischenformen im Lebenslauf - , diese Diagnose ist übrigens, im Kern auffallend ähnlich, auch für andere Bereiche der Gesellschaft aufgestellt worden.“

Schon seit Jahren lehnen sich geistes – bzw. gesellschaftswissenschaftliche Untersuchungen im Rahmen interdisziplinärer Forschungen u. a. in den Bereichen Philosophie, Nationalökonomie, Psychologie und Soziologie an ein naturwissenschaftliches Phänomen aus dem physikalischen Gebiet der Thermodynamik an: die Instabilität von Systemen und deren umbruchartige Übergänge: „Über Deregulierungs – und Flexibilisierungstendenzen am Arbeitsmarkt sind…neue, vielfältigere, freilich auch instabilere Formen der Erwerbsverläufe entstanden. Diese lassen sich nicht mehr in den alten Kategorien – hier Arbeit, dort Arbeitslosigkeit – fassen, bilden vielmehr eine ‚neue Topographie der Arbeit’“.

Coverbild: (C) Expoarchiv.ch
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Michael Schröpfer (*1963 Elgersburg) arbeitet nach Schulzeit (Ilmenau/Jena), Militärdienst (Erfurt) und Studium der Philosophie und Pädagogik (Jena) seit 1993 als Lehrer in Weimar und Erfurt.

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