Sexualität und (Homo)Erotik in Hesses Werk


Author: Florian Bayer
eBook
Pages: 20
Language: German
Publication date: 30/11/-0001
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Sexualität in 'Knulp', 'Demian', 'Steppenwolf' und anderen Werken
Wenn man sich Hesses Gesamtwerk besonders die späteren Erzählungen und Romane betrachtet, stellt man fest, dass es bestimmte, immer wiederkehrende Themen und Motive gibt. Neben den Naturbeschreibungen und dem dualistischen Weltbild, sind es auch die Rollen der Geschlechter und die Beziehungen zwischen ihnen, die eine gewisse Kontinuität aufweisen. Sowohl in „Peter Camenzind“ als auch „Unterm Rad“ oder „Narziss und Goldmund“ finden sich enge Männerbindungen, die über das rein freundschaftliche hinausgehen. Sowohl in „Demian“ als auch „Steppenwolf“ haben wir es mit androgynen Personen zu tun, die sich nie ganz eindeutig einem Geschlecht zuordnen lassen und dadurch eine ganz besondere erotisierende Wirkung entfalten. Wird diesen Bilder in der Sekundärliteratur oft eher nebenbei eine Symbolkraft zugewiesen, eine Verstärkung des dualistischen Gedankens, der Zwei-Geteiltheit der Welt, wird die Ästhetik die dahinter steht, die sexuelle Spannung die sich entwickelt allzu oft vernachlässigt. Insgesamt wird bei sämtlichen Hesse-Rezeptionen in der germanistischen Forschung die Bedeutung der (homo)erotischen Symbolik unterschätzt, fristet eher eine Randexistenz unter der Erforschung anderer Motive seiner Romane. Noch rudimentärer ist die Untersuchung der Sexualität vertreten. Obwohl gerade zwischen Personen wie Demian und Sinclair eine stark sexuelle Spannung besteht, wird dieser Aspekt nicht nur nicht gewürdigt, sondern bei vielen Untersuchungen auch einfach übergangen. Dabei sind es doch gerade diese Beziehungen, die einen Hauch von Sexualität in das sonst eher asketische Werk Hesses bringen und seinem Weltbild einen erotischen Charme geben, der sich sonst in dieser Art nur bei Thomas Manns Prosa (wie die androgyne Ausstrahlung Felix Krulls oder die Homoerotik im „Tod von Venedig“) finden lässt.

Inwieweit lebt Hesse in seinem Werk (homo)erotische Phantasien aus? Ist die Darstellung seiner Figuren mehr als nur Mythos und Symbol? Was genau bezweckt diese sexuelle Komponente, die immer wieder auftaucht: Mitreißung des Lesers, metaphorische Veranschaulichung, romantische Verträumtheit, sexuelle Offenheit in sämtliche Richtungen, oder doch nur die Darstellung der Erotik zum Selbstzweck, ein Hauch von Körperlichkeit in der sonst so vergeistigten Hessewelt?

Diesen Fragen werde ich in Folgendem auf den Grund gehen und dabei aufzeigen, inwiefern Hesse sich von einer rudimentären zu einer funktionalisierten Nutzung von Homoerotik und Sexualität gewandelt hat. Dabei geht es mir nicht um die spezifische Interpretation bestimmter Romanauszüge sondern um die Herausarbeitung einer Konstanz in Hesses Werken, einerseits die Ausklammerung der Sexualität in den früheren Schriften, andererseits die Funktionalisierung der Erotik, die spätestens mit „Unterm Rad“ einsetzt. Obwohl ich nicht alle Werke berücksichtigen werde, finden sich diese Motive auch in anderen Romanen und Erzählungen, so z.B. die Funktionalisierung der Sexualität bei „Siddharta“ als wichtiger Schritt in der Entwicklung des Menschen, oder aber auch das Ausklammern jeglicher Erotik im Zuge des exzessiven Naturerlebens und der Euphemisierung von Männerfreundschaften besonders in früheren Erzählungen wie „In der alten Sonne“.
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- Student der Germanistik, Philosophie und Neueren Geschichte an der Universität Potsdam: Zwischenprüfung mit 1,0
- Freier Autor mit Lesebühnenerfahrung
- Dramaturg und Schauspieler

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