Kants transzendentale Auflösung der 3. Antinomie

Kants Prolegomena, Kritik der reinen Vernunft


eBook
Pages: 16
Language: German
Publication date: 01/02/2015
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Wie ist Freiheit trotz Gesetz der Kausalität möglich?
Die Hausarbeit versucht die Analyse einer der bekanntesten Kantischen Probleme: Der Konflikt der naturwissenschaftlich-kausalen Anschauungsweise mit dem Postulat des freien Willens. Der freie Wille braucht eine Instanz, die Vernunft, die aus sich heraus Ursachen setzt. Aber wie kann sie das, wenn Natur eine Folge notwendiger Kausalitäten ist? In jener dritten Antinomie aus der Prolegomena (bzw. der Kritik der reinen Vernunft) heißt es »Satz:Es gibt in der Welt Ursachen durch Freiheit.
Gegensatz: Es ist keine Freiheit, sondern alles ist Natur.« Das bedeutet: Entweder die Naturgesetze – nach denen jede Wirkung eine notwendige Ursache hat, sind universell gültig – oder nicht, aber dann gibt es keinen freien Willen (und keine Moral), weil meine Entscheidung die Folge einer unfreiwilligen Ursache ist (z.B. neurologischer Natur).
Wie löst Kant jene dritte Antinomie von Naturkausalität und Freiheit auf?

Aus der Einleitung:
Unser Selbstverständnis als Mensch und Person ist begründet durch die Vorstellung, Entscheidungen frei und ohne Fremdbestimmung fällen zu können. Nach Kant ist die Vernunft die Quelle dieses Vermögens zur Freiheit, ihr Ausdruck und Medium der Wille.
Die Freiheit bei Kant ist die des Willens und definiert durch die Autonomie, zwischen Handlungsvarianten unabhängig, ohne äußeren und inneren Zwang zu wählen, so, dass immer auch eine Alternative ebenso möglich gewesen wäre. Die Möglichkeit von Moral ist abhängig von der Freiheit des Willens: Unsere Handlungen als die eines autonomen Subjektes sind mittel- und unmittelbar mit Verantwortung belegt; wir können uns dahingehend rechtfertigen, dass wir die mit der Handlung verbundene normative Verpflichtung erfüllt haben. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wir sind nur dann für unser Tun verantwortlich, wenn man uns einen freien Willen unterstellen kann. Fehlte hingegen die Unbedingtheit von einer anderen Ursache als der unserer Vernunft, unterläge unser Wille vielmehr einem unüberwindbaren Zwang zu dieser oder jener Entscheidung, wäre unser Wille, beispielsweise neurobiologisch, determiniert, so würden normative Wertungen wie gut und böse hinfällig, ebenso käme dem rechtlichen Begriff der Strafe der Sinn abhanden; allein, wie könnte jemand für eine Handlung sanktioniert werden, die er oder sie gar nicht hätte unterlassen können?
Dass wir über eine mögliche Determinierung unseres Willens nachdenken, fußt auf der Feststellung (respektive nach Kants transzendentaler Ästhetik auf der Struktur unseres spezifischen Erkenntnisvermögens), dass es in der Welt ein universelles Naturgesetz namens Kausalität geben muss, ausgedrückt in: »Jede Ursache hat eine Wirkung«.
Kausalität bedeutet, dass »aus einem Zustande ein anderer notwendigerweise folgt«. Dass also unser Wille eine Ursache in der Zeit davor haben muss, und diese wiederum durch ein Ereignis davor verursacht wurde. Wenn aber nach dem Naturgesetz unser Wille determiniert ist durch notwendige ursächliche Ereignisse, müssen wir den Einwand erheben: Wenn alles, was geschieht, kausal bedingt ist, wie kann indes der Vernunftakt als Ursache menschlicher Willensfreiheit selbst ohne Ursache sein?
Ist der Widerspruch Freiheit – Kausalität nur zuungunsten der ersteren aufzulösen, vorausgesetzt, beides ist unvereinbar widersprüchlich, so wären wir ohne Zweifel zu einer grundlegenden Revision des oben charakterisierten Selbstbildes aufgefordert, weil sich nämlich dann sein legitimierendes Fundament als illusionär heraustellen müsste.
Kants Beschäftigung mit der Auflösung der dritten Antinomie der reinen Vernunft ist der beständige Versuch, die Frage nach der Möglichkeit von Freiheit positiv zu beantworten, nicht nur, weil sie Probe und Bestätigung seiner Transzendentalphilosophie wäre, sondern auch, weil seine komplexe Moralphilosophie ganz entschieden von ihr abhängt: »[…] denn, sind Erscheinungen Dinge an sich selbst, so ist Freiheit nicht zu retten.«
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