Diaspora und Entfremdung bei Schalom Ben Chorin

Hebräische Migrationsgeschichte als Aspekt des 'Elends unserer Väter'


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Pages: 7
Language: German
Publication date: 01/09/2007
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Schalom Ben Chorins Blick auf den jüdischen Diaspora- Weg zu JHWH (Gott Jehova)
Michael Schröpfer erinnert in seinem vorliegenden Essay u. a. daran, daß sich die Hebräer schon in den alttestamentarischen Überlieferungen als das auserwählte Volk Gottes und Hüter des Hauses Israels in einem Spannungsfeld zwischen gewesener Schuld und erbrachter Sühne auf ihrem langwierigem Weg in das von JHWH verheißene Gelobte Land aus einer an die vierhundert Jahre währenden Knechtschaft Ägyptens, welche sich im 20. Jahrhundert durch den Holocaust auf fatale und Art und Weise fortsetzt, bewegen.

Auch Schalom Ben Chorin kennzeichnet vor diesem historischen Spannungsfeld in seinen Gedichten dieses von den überlebenden Juden der verschiedenen Jahrhunderte immer wieder als das Elend unserer Väter bezeichnete Phänomen.
Dahinter verbergen sich sowohl die schicksalhafte Klage über das Leben als die einer jeden Klage immanente Schlussfolgerung, das Leben zu preisen und daher fortzusetzen (Hiob im Alten Testament).
Dabei darf erwähnt werden, dass der Begriff der Entfremdung in der Diktion der nationalökonomisch- philosophischen Kritik von Karl Marx als einer Kritik an der politischen Ökonomie des Kapitalismus vorrangig dazu dient, ein Sich- Entfremden des schaffenden Menschen von seinen Produktionsmitteln (Privateigentum) und von den durch ihn produzierten Waren und Gütern (Kreislauf des Kapitals) zu charakterisieren.
Dieser ökonomische Entfremdungsprozess erreicht ausgerechnet mit der Einsetzung der jüdischen Zwangsarbeit als einer „deutschen Erfindung“ im Kontext der Endlösung der Judenfrage (Wannsee- Konferenz, Berlin 1942) im Deutschland des nationalsozialistischen Dritten Reiches seinen perfiden Höhepunkt im 20. Jahrhundert. Theodor Wiesenfeld Adorno fragte dazu nach dem Kriegsende des II. Weltkrieges im Jahre 1945 sinngemäß nach, wie wohl ein jegliches Denken nach Auschwitz möglich sei danach, wie der grundsätzlich entfremdende Prozess der Vernichtung des jüdischen Volkes durch Zwangsarbeit und Vernichtung im deutschen Land der Dichter und Denker in Form einer geistigen Zäsur in irgend einer Weise überhaupt möglich geworden war.
Demzufolge stellt sich natürlich in den Gedichten Ben Chorins die grundsätzliche Frage, wie durch die gewaltsame Diaspora des jüdischen Volkes in diesem Teil Europas überhaupt wieder ein jeglicher Gedanke hinsichtlich der Normalität einer Fortführung des menschlichen Lebens in den alltäglichen Bahnen möglich ist.

Coverbild: (C) Deutschlandfunk-Kultur.
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Michael Schröpfer (*1963 Elgersburg) arbeitet nach Schulzeit (Ilmenau/Jena), Militärdienst (Erfurt) und Studium der Philosophie und Pädagogik (Jena) seit 1993 als Lehrer in Weimar und Erfurt.

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